Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Redakteur Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um einen Trend - Waldbaden.

24.11.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leben-Redakteur Marc Bracht ist gern im Wald unterwegs. Und er hofft, Sie bald dort anzutreffen. Denn Zeit im Wald zu verbringen, ist gesund.

Leben-Redakteur Marc Bracht ist gern im Wald unterwegs. Und er hofft, Sie bald dort anzutreffen. Denn Zeit im Wald zu verbringen, ist gesund. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Vielleicht wissen Sie es bereits. Ich sage es trotzdem noch mal: Ich bin Sauerländer. Zwischendurch war ich mal Wahl-Bonner, Wahl-Hamburger und jetzt - schon zum zweiten Mal - Wahl-Münsteraner. Aber ich bleibe einfach ein Sauerländer Jung‘. Gut möglich, dass ich mich deshalb so sehr zu unseren Wäldern hingezogen fühle. Als Sauerländer wird man im Wald geboren, wächst dort auf und wird - am Ende unserer Reise - auch sicher dort begraben.

Schon seit meiner frühsten Kindheit verbringe ich gern meine Freizeit im Wald. Was mir damals allerdings noch nicht ganz so klar war ist, dass ich völlig unbewusst einem Gesundheitstrend gefolgt bin. Das Stichwort: Waldbaden. Total gesund. Ich erkläre Ihnen gern, was es damit auf sich hat.

Was ist Waldbaden?

Tamagotchi, Pokémon und Co.: Ja, viele Trends kommen aus Japan. So auch das Waldbaden, welches in der Landessprache „shinrin-yoku“ heißt. Beim Waldbaden geht es darum, den Wald auf intensive Art zu erleben, ja, mit ihm auf Tuchfühlung zu gehen. Man muss sich dabei nicht einmal sportlich verausgaben. Ein gemütlicher Spaziergang reicht völlig. Dabei lassen sich die Eindrücke besonders gut aufsaugen. Im Geburtsland des Waldbadens gehört es längst zu einer anerkannten Stress-Management-Methode, eingeführt vom japanischen Landwirtschaftsministerium in den 1980er Jahren.

Warum Waldbaden gesund ist

Wir hier im Westen sind oftmals davon überzeugt, dass wir irgendwelche Pillen schlucken müssten, um unser Wohlbefinden zu steigern*. Wie kommt es also, dass den Japanern - und den ganzen anderen Anhängern des Waldbadens weltweit - manchmal einfach nur ein Waldspaziergang dafür reicht? „Der Wald tut uns gut“, sagt Annette Bernjus, ihres Zeichens Waldbademeisterin, im Gespräch mit Die Zeit. Waldbaden entfalte insbesondere bei Schlafstörungen, depressiven Gedanken, psychischen Belastungen oder der Aufmerksamkeitsstörung ADHS wohltuende Wirkung, erörtert Gisela Immich, von der Ludwig-Maximilians-Universität München, den positiven Effekt des Waldbadens.

Die Wirkung des Waldbadens

Hauptverantwortlich sollen die sogenannten Terpene sein. Das sind Bestandteile von ätherischen Ölen, die aus Rinde und Blättern von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen ausdünsten. Der Waldbadende nimmt diese über Lunge und Haut auf. Im Körper entfalten sie dann eine beruhigende, entspannende Wirkung.

Also: Da sich das Wetter aktuell immer mal wieder noch von seiner schönsten Seite präsentiert, machen Sie sich doch einmal auf in den Wald. Wir sehen uns da!

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* Achtung: Waldbaden ist natürlich kein Ersatz für lebensnotwendige Medikamente