Ist Aluminium in Deos gefährlich?

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um Aluminium in Deos. Denn das soll ziemlich ungesund sein.

von Marc Bracht

, 21.09.2021, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In vielen Deo-Sprays ist Aluminium. Das hat keinen sonderlich guten Ruf. Leben-Redakteur Marc Bracht hat sich mit dem Thema beschäftigt.

In vielen Deo-Sprays ist Aluminium. Das hat keinen sonderlich guten Ruf. Leben-Redakteur Marc Bracht hat sich mit dem Thema beschäftigt. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Morgens aus der Dusche raus, abtrocken, erst links sprühen und dann rechts. Ja, für die meisten gehört der Einsatz von Deo-Spray einfach zur Morgentoilette dazu. Mir geht das auch so. In den meisten dieser Produkte steckt Aluminium. Warum das so ist - und weshalb der Ruf des Leichtmetalls ziemlich schlecht ist, klären wir hier.

Warum ist Aluminium in Deos?

Vorab lohnt es sich, einmal klar zu unterscheiden. Denn obwohl der Begriff Deo auch synonym für Antitranspirant verwendet wird, unterscheiden sich die beiden Produkte doch grundlegend. Denn ein Deo überdeckt den Geruch, der durch Schweiß entsteht. Ein Antitranspirant hingegen soll das Schwitzen komplett verhindern.

Deshalb findet man in Letzterem dann auch Aluminium, genauer gesagt: Aluminiumsalze. Diese sorgen dafür, dass sich die Poren der Haut zusammenziehen und ein gelartiger Aluminium-Protein-Komplex entsteht. Ganz einfach ausgedrückt: Das Aluminium verstopft die Poren. Der Schweiß kann nicht austreten.

Gesundheitsrisiko: Warum ist Aluminium in Deos schädlich?

Ich finde, das klingt erst mal alles ziemlich gut. Wer will schon müffelnd und mit Schweißflecken auf seine Mitmenschen treffen? Ganz so einfach ist es dann aber leider doch nicht. Denn Aluminium kann ziemlich gesundheitsschädlich sein. Nämlich dann, wenn es in den Körper gelangt.

Und das kann selbst dann passieren, wenn wir es nur oberflächlich auf die Haut auftragen. Reichert sich das Metall auf Dauer im Körper an, kann es negative Auswirkungen auf Nieren, Knochen und Nerven haben. In der Medizin wird sogar darüber diskutiert, ob Aluminium Brustkrebs oder Alzheimer begünstigt.

Es kommt auf die Menge an

Das wirkt jetzt erschreckend. Auch ich bemerke immer wieder, dass ich nervös werden, wenn ich vorm Deo-Regal im Drogeriemarkt stehe. Darf ich das Alu-Zeugs überhaupt noch benutzen oder sollte ich ausweichen? Experten sind sich einig, dass man nicht komplett auf Antitranspirantien verzichten muss.

So hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit einen Wert für die unbedenkliche Aufnahme pro Woche festgelegt. Dieser liegt bei 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht. Weitersprühen ist also durchaus möglich. Doch trotzdem lohnt sich mal ein Blick auf den „Aluminiumkonsum“ aus anderen Quellen.

Wo ist überall Aluminium drin?

Wir nehmen das Metall nämlich auch auf anderen Wegen auf. Besonders jetzt im Sommer, wenn Grillen Hochkonjunktur hat, sieht man überall Alufolie, Alu-Schalen oder Alu-Geschirr.

Es ist ratsam, Alternativen zu finden und darauf zu achten, diese Dinge nicht zusammen mit sauren oder salzigen Lebensmitteln zu verwenden. Denn Aluminium ist salz- und säurelöslich, gelangt somit also leicht über den Mund in den Körper.

Weitere Gesundheitsthemen finden Sie unter:

www.ruhrnachrichten.de/leben

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