Konsole: Die neue Xbox-Generation im Test

Technik

Mit der Xbox Series X und Series S kommen gleich zwei neue Konsolen auf den Markt. Den großen Spiele-Kracher gibt es zwar noch nicht, dafür aber weniger Warterei und andere schöne Details.

08.11.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zum Start der neuen Xbox-Konsolen stehen zwar jede Menge Spiele zur Wahl, in der Regel handelt es sich dabei aber um Titel, die auch schon für den Vorgänger Xbox One erschienen sind.

Zum Start der neuen Xbox-Konsolen stehen zwar jede Menge Spiele zur Wahl, in der Regel handelt es sich dabei aber um Titel, die auch schon für den Vorgänger Xbox One erschienen sind. © Zacharie Scheurer/dpa

Die Unaufgeregtheit der neuen Xbox-Konsolen äußert sich schon im Design. Das größere Modell Xbox Series X: ein schwarzer Monolith mit leichten grünen Akzenten. Die kleinere Xbox Series S: ein kleiner, weißer Block mit einem großen, schwarzen Kreis an der Seite.

Und auch sonst gibt es wenig, was beim Test wirklich aufregend ist - doch das heißt nicht, dass Microsoft mit seiner neuen Generation an Heimkonsolen schlechte Arbeit geleistet hat. Denn beide Versionen bringen entschiedene Verbesserungen gegenüber den Vorgängern mit sich.

Xbox: Schneller Speicher lässt Ladezeiten schmelzen

Da wären zum einen die drastisch reduzierten Wartezeiten. Beide Konsolen haben nun schnellen SSD-Speicher eingebaut, die Ladezeiten sollen dadurch stark sinken. In der Series X stecken 1 Terabyte (TB) Speicher, in der Series S sind es 512 Gigabyte (GB).

Das Ergebnis dieses schnellen Speichers: Die Konsolen fahren im Test schneller hoch als der angeschlossene Fernseher, Level im Spiel werden teilweise in wenigen Sekunden geladen. Spiele könnten sich durch die schnellen Ladezeiten künftig auch noch mehr verändern.

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis Titel auf den Markt kommen, die wirklich für diese Generation und ihre Features entwickelt wurden.

Hochauflösende, flüssige Bilder

Natürlich hat sich unter der Haube noch mehr getan. Beide Konsolen haben aktuelle Prozessoren und Grafikkarten, wobei die Series S etwas weniger Rechenpower mitbringt. Durch die neue Technik soll die Series X 8K-Darstellung mit 60 Bildern pro Sekunde (fps) schaffen, 4K (Ultra HD) gar mit 120 fps. Dafür braucht es aber auch einen entsprechenden Fernseher oder Bildschirm.

Die Series S kommt auf eine Maximalauflösung von 1440p bei 120 fps. Außerdem hat sie kein optisches Laufwerk für 4K-Blurays.

Wenig geändert hat sich auch am Controller: In der Mitte wurde zum Beispiel ein Share-Button hinzugefügt, mit dem die Spielenden einfach Screenshots und Aufzeichnungen anfertigen können. Betrieben wird der Controller weiter mit zwei AA-Batterien.

Viele Apps - aber keine Exklusivspiele

Weiter lassen sich beide Konsolen auch als Medien-Zentrale nutzen. Streaming-Apps sind über den Microsoft Store kostenlos herunterladbar, zur Nutzung sind natürlich entsprechende Mitgliedschaften nötig. Das Wichtigste bei neuer Hardware sind jedoch wohl die Spiele. Und hier geht Microsoft einen eher unüblichen Weg: Zum Start gibt es keine exklusiven, neuen Spiele.

Stattdessen will die Xbox mit dem enormen Spielekatalog der vergangenen Generationen punkten: Nahezu alle Spiele bis zur ersten Xbox, die bereits auf der Xbox One laufen, sollen auch auf den neuen Konsolen spielbar sein. Ausgenommen sind Spiele, die auf die Bewegungssteuerung Kinect angewiesen sind.

Optimiert wird die Xbox nach und nach

Einerseits erleichtert das den Umstieg auf die neue Generation: Wer ein Spiel auf der Xbox One noch nicht fertig hat, kann einfach auf der Series X/S weiterspielen - der Spielstand kommt automatisch aus der Cloud. Andererseits macht das den Umstieg - abgesehen von der neuen Technik - auch eher unnötig.

Wichtiger Punkt in der Strategie von Microsoft ist auch das Spieleabo Game Pass. Für einen monatlichen Betrag von etwa zehn Euro bekommen Abonnierende Zugang zu über 100 Spielen.

Konsolenstart zum Kampfpreis

Lohnt es sich also, zum Start eine dieser Konsolen zu kaufen? Das kommt drauf an. Wer bereits einen der Vorgänger besitzt, hat zunächst einmal bis auf kürzere Ladezeiten und hübschere Grafik kaum Vorteile. Gerade mit der nur rund 300 Euro teuren Series S war der Einstieg zum Start in eine neue Konsolengeneration jedoch noch nie so günstig.

Wer technisch alles aus seinen Speiel herausholen möchte, kann rund 500 Euro in die Series X investieren - braucht aber gleichzeitig auch einen Bildschirm, der das auch entsprechend darstellen kann.

Die Unaufgeregtheit um diese neuen Konsolen ist deshalb auch ein guter Grund, einfach noch ein wenig mit der Anschaffung zu warten.

Xbox Series X und Xbox Series S erscheinen weltweit am 10. November. Beide Konsolen wurden dpa vorab zu Testzwecken von Microsoft leihweise zur Verfügung gestellt.

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dpa