Meditation To Go: Entdecke den Buddha in dir

Kolumne

An dieser Stelle schreibt Redakteur Marc Bracht über seine Erfahrungen in den Bereichen Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um praktisches Meditationstraining für zwischendurch.

10.03.2020, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Alltagssorgen keine Chance lassen: Redakteur Marc Bracht wandelt auf den Spuren des Buddha.

Den Alltagssorgen keine Chance lassen: Redakteur Marc Bracht wandelt auf den Spuren des Buddha. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Von Marc Bracht

Wir liegen ganz schön weit abgeschlagen hinter den Niederlanden und Italien. Nein, es geht nicht um Fußball. Zum Glück! Es geht um die Work-Life-Balance, also die Vereinbarkeit von Job und Privatleben, ein Verhältnis, das möglichst ausgeglichen sein sollte. Laut Better Life Index 2019 belegen die Niederlande Platz 1, Italien Platz 2. Wir Deutschen sind nur auf dem neunten Rang. Okay, immerhin Top 10. Es wurden nämlich alle 36 OECD-Staaten befragt. Aber trotzdem: Wir arbeiten zu viel, entspannen zu wenig. Das Resultat: Stress!

Meditation hilft gegen Stress

Auch wenn ich auf den Bildern dieser Kolumne total relaxt lächle, auch ich bin gestresst. Meistens vom Straßenverkehr, der mir als Pendler wertvolle Lebenszeit raubt. Immer mal wieder von der Arbeit, wenn sich die Aufgaben in Türmchen oder Kollegen in Nervensägen verwandeln. Deshalb auch wahrscheinlich die grauen Haare. Ebenfalls auf dem Foto (deutlich) zu sehen.

Mit der Zahl der Aufgaben, steigt auch der Stresspegel. Hilfreich ist es, den Arbeitsalltag gut zu strukturieren, um Konzentrationsproblemen vorzubeugen.

Mit der Zahl der Aufgaben, steigt auch der Stresspegel. Hilfreich ist es, den Arbeitsalltag gut zu strukturieren, um Konzentrationsproblemen vorzubeugen. © Klaus-Dietmar Gabberte/dpa

Allein bin ich damit nicht: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem letzten Jahr, empfinden 63 Prozent der Bundesbürger den Stresslevel im Job als „hoch“ oder „eher hoch“. 46 Prozent empfinden den Zeitdruck als belastend, 45 stören sich an Atmosphäre und Kollegen, 32 wünschen sich weniger Leistungsdruck, 31 eine geringere Aufgabenmenge. Linderung verschafft, zumindest für den Moment, ein praktisches Meditationstraining.

Einfluss auf die Gesundheit

Nein, man muss nicht gleich eine Robe anlegen, sich den Kopf rasieren und nach Tibet ins Kloster gehen, um seine innere Mitte zu finden. Trotzdem können wir einiges vom Buddha lernen, zum Beispiel: „Lerne loszulassen. Das ist der Schlüssel zum Glück.“ Klingt gut, oder?

 Im Schneidersitz und im Moment: Konzentrationsübungen wie diese sind typisch für ein Achtsamkeitstraining.

Im Schneidersitz und im Moment: Konzentrationsübungen wie diese sind typisch für ein Achtsamkeitstraining. © Zacharie Scheurer/dpa

Wer regelmäßig meditiert, ist weniger gestresst, glücklicher und auch gesünder. Es gilt als unstrittig, dass Meditation den Blutdruck senkt, das Immunsystem und die Selbstheilungsprozesse des Körpers anregt und bei Herz-Kreislauf-Problemen hilft. Doch: „Niemand rettet uns, außer wir selbst. Niemand kann und niemand darf das. Wir müssen selbst den Weg gehen.“ Hat auch der Buddha gesagt. Also, Schluss mit den Ausreden.

Meditationstraining für zwischendurch

Damit man sich am Arbeitsplatz richtig entspannen kann, ist es ratsam, einen ungestörten Ort zu finden. Im Großraumbüro ist das natürlich eine Herausforderung. Warum also nicht kurz in einen Besprechungsraum zurückziehen? Wichtiger als die Dauer ist nämlich die Regelmäßigkeit. Mit einer gewissen Gewohnheit lässt sich der positive Effekt der Meditation voll ausschöpfen.

Wer ein Meditationskissen besitzt, kann auch dieses während der Pause benutzen.

Wer ein Meditationskissen besitzt, kann auch dieses während der Pause benutzen. © Zacharie Scheurer/dpa

Doch wie funktioniert die Mittagspausen-Meditation denn nun? Achtsamkeitstrainerin Doris Kirch erklärt es so: „Still sitzen. Dem Gesang der Vögel lauschen, im Hier und Jetzt. Einfach ‚Das‘.“ Anders gesagt: Man sollte sich ein paar Minuten nehmen, in denen man bewusst ein- und ausatmet. Dabei wird der Versuch unternommen, sich voll und ganz auf seinen Atem zu konzentrieren.

Leichter gesagt, als getan

Das klingt leichter, als es wirklich ist. Viel zu schnell driftet das Bewusstsein wieder ab. „Hast du die Mail von XY beantwortet?“, „Bis wann war noch gleich die Präsentation fällig?“, „Habe ich auch alle wichtigen Punkte in das Angebot aufgenommen?“ – ja, für den Verstand ist das Stillsitzen und Atmen eine schwierige Übung. Doch man darf nicht allzu hart mit sich sein. Kommt ein Gedanke, lässt man ihn einfach ziehen.

Wem das anfangs zu schwer ist, der kann die Atemzüge zählen oder in Gedanken das bekannte „Ich atme ein, ich atme aus“-Mantra sprechen. Versprochen: Mit einer gewissen Routine wird die Meditation am Arbeitsplatz einfacher. Man muss den Stein nur einmal ins Rollen bringen.

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