Minimalismus - oder: Was braucht man zum Leben?

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es darum, mal einen Gang runterzuschalten - Stichwort: Minimalismus.

27.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer mehr Menschen wenden sich dem Minimalismus zu. Was es mit diesem Lebensstil auf sich hat, weiß Leben-Rdakteur Marc Bracht.

Immer mehr Menschen wenden sich dem Minimalismus zu. Was es mit diesem Lebensstil auf sich hat, weiß Leben-Rdakteur Marc Bracht. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

„Weniger ist mehr“ ist so ein Sprichwort, das uns allen wohl schon öfter mal über den Weg gelaufen ist. Der Ursprung dieses kurzen, prägnanten Satzes ist nicht geklärt. Gelegentlich wird es Christoph Martin Wieland zugeschrieben, der 1774 in seinem Gedicht „Neujahrswunsch“ die Zeile „Und minder ist oft mehr“ unterbrachte. Populär wurde es in seiner englischen Variante „Less is More“ bei Architekten und Designern im frühen 20. Jahrhundert. Doch es lässt sich auch auf das Leben selbst anwenden. Immer mehr Menschen fühlen sich vom Minimalismus angezogen. Doch was bedeutet das eigentlich genau?

Minimalismus: Was brauche ich zum Leben?

„Eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent nicht brauchst“, singt die Band Silbermond in ihrem Song „Leichtes Gepäck“. Wenn wir ehrlich sind, besitzen die meisten von uns doch viel mehr, als sie eigentlich brauchen. Klamotten, Technik usw. - wir leben in einer Konsumgesellschaft. Ja, glauben, dass uns die Anhäufung von Dingen glücklich macht.

Ein krasser Gegenentwurf dazu ist der Minimalismus. Ein Leben basierend auf dem englischen Akronym LOVOS: Lifestyle of Voluntary Simplicity, also: ein Leben in freiwilliger Einfachheit. Wie das aussehen soll? Am Anfang steht dabei immer die Erkenntnis, dass uns Dinge eben doch nicht glücklich machen, ganz so wie im Silbermond-Song.

Wie werde ich Minimalist?

Ich habe vor ein paar Tagen mal meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei habe ich feststellen müssen, dass ganz schön viele Teile nicht mehr ihren Weg in den Schrank zurückgefunden haben. Es gibt Minimalisten, die sagen, man brauche im Leben maximal 100 Sachen - alles eingeschlossen, nicht bloß Kleidung. Das klingt schon extrem. Zum Glück muss man nicht gleich wie der Philosoph Diogenes von Sinope in einem alten Fass hausen, um die Vorzüge des Minimalismus genießen zu können.

Man kann durchaus klein anfangen: Beim Shoppen könnte man sich zum Beispiel immer ganz ernsthaft die Frage stellen, ob man das Ding XY auch wirklich braucht. Oder wenn im Haushalt mal etwas kaputtgeht, kann man erst einmal versuchen, es zu reparieren, bevor man es ersetzt. Und vielleicht muss auch nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller, dafür aber möglicherweise Gemüse, das man auf dem Balkon selbst angebaut hat.

Warum Minimalismus gut für die Seele ist

Beim Minimalismus geht es bei weitem nicht ausschließlich um Sparsamkeit. Es geht viel mehr darum, Ballast loszuwerden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, das Leben ganz bewusst zu genießen. Denn viel zu oft besitzen wir nicht die Dinge, sondern die Dinge besitzen uns.

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