Mückenstiche: Wie man das lästige Jucken stoppt

Gegen den Juckreiz

Ihr Surren kann den schönsten Sommerabend vermiesen. Und dann erst diese juckenden Mückenstiche! Ständig will man sich kratzen. Umso besser, wenn man dann die richtigen Tricks kennt.

10.07.2021, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
An einem Mückenstich sollte man nicht herumkratzen.

An einem Mückenstich sollte man nicht herumkratzen. © Andrea Warnecke/dpa

Das Hilfsmittel gegen den Juckreiz ist klein wie ein Daumennagel. Angesteckt ans Smartphone heizt sich das flache Ende des Stöpsels auf rund 50 Grad auf und wird dann für wenige Sekunden direkt auf den Mückenstich gedrückt. Eine App zeigt an, wann der kleine Stecker wieder von der Haut weggenommen werden sollte.

Laut dem Hersteller sorgt der Hitzeschmerz dafür, dass die Nerven das Juckreizsignal nicht mehr so gut weiterleiten können. Und wenn es weniger juckt, will man sich auch nicht ständig kratzen.

So weit ist das einleuchtend, auch für den Hautarzt Christoph Liebich. Er bestätigt: „Der leichte Hitzeschmerz löscht den Juckreiz kurz aus.“ Wobei diese Wirkung eher kurzfristig sei.

Hitze gegen die Enzyme

Doch die Hitze macht noch mehr. Der Zweck sei vor allem die Zerstörung des Enzyms, das die Mücken in ihrem Speichel haben. Das Problem: Ihr Speichel provoziert in unserem Körper eine Abwehrreaktion und beschert uns diesen unangenehmen Juckreiz.

„Hitze direkt drauf ist gut. Die zerstört dieses Enzym, weil es aus Eiweiß besteht“, erklärt der Mediziner aus München. „Das ist wie beim Eier-Kochen.“ Wer sich keinen Mini-Hitze-Stick zum Anstecken an sein Smartphone kaufen möchte, findet im Handel auch batteriebetriebene Hitzestifte mit ähnlicher Funktionsweise.

Weitere Hilfsmittel: Kühlen und Cremes

Es kann auch angenehm sein, einen Mückenstich zu kühlen. Als Hausmittel-Alternativen kann man zum Beispiel Umschläge mit essigsaurer Tonerde oder eine aufgeschnittene Zwiebel auf die Einstichstelle geben.

Juckt die Haut sehr stark, können entzündungshemmende Salben mit Cortisol helfen. Auch Antihistaminika, also Mittel gegen allergiebedingte Beschwerden, machen die Situation erträglicher, wenn man gestochen wurde. Sie gibt es zum Auftragen auf die Haut oder in Tablettenform.

Warum man bei Mückenstichen auf keinen Fall kratzen sollte

Auf jeden Fall gilt: Finger weg vom Stich. Wer kratzt, arbeitet die Enzyme im Mückenspeichel am Ende nur tiefer ins Gewebe ein und bringt über die Fingerkuppen schlimmstenfalls noch Schmutz und Keime in die Wunde: Das bedeutet Infektionsgefahr.

Anders sieht es drumherum aus: Jedenfalls gibt die Stiftung Warentest den Ratschlag, mit zwei Fingern die Haut um die Stichstelle herum einzukneifen. Da lasse der Juckreiz oft nach.

Nicht jeder reagiert gleich auf Mückenstiche. Wer ein hochempfindliches Immunsystem hat, reagiert oftmals sensibler. Bei Kreislauf- oder Atemproblemen sowie bei Fieber oder Schüttelfrost nach dem Stich, sollte man zum Arzt gehen. Das gilt auch bei stark entzündeten Stichen.

Mückenstiche abwehren: Was hilft wirklich?

Zum Schutz gegen Mücken empfiehlt die Stiftung Warentest, abends - wenn die Mücken besonders aktiv sind - lange, dicht gewebte Kleidung zu tragen. Fliegengitter vor dem Fenster sowie Moskitonetze über dem Bett halten die kleinen Insekten ebenfalls ab.

Von Mücken-Abwehrmitteln zum Auftragen auf die Haut haben laut der Stiftung jene mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET), Icaridin oder Para-Menthan-3,8-diol (PMD) in Produkttests gut abgeschnitten. Nicht überzeugend seien Mittel auf Basis ätherischer Öle gewesen.

Licht aus, damit keine Mücken hereinkommen?

Oft gehört, aber leider falsch: Der Tipp, dass man abends im Schlafzimmer das Licht auslassen sollte, weil das Mücken anziehe. Tatsächlich sehen Mücken schlecht und werden eher von Gerüchen wie Parfüm und dem Kohlenstoffdioxid angelockt, das beim Ausatmen entsteht.

dpa

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