Müll macht glücklich

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um die positiven Auswirkungen auf das Gemüt, wenn man sorgsam mit der Natur umgeht.

28.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leben-Redakteur Marc Bracht staunt immer wieder über Umweltsünder. Kann er sie eines Besseren belehren?

Leben-Redakteur Marc Bracht staunt immer wieder über Umweltsünder. Kann er sie eines Besseren belehren? © Montage: Adobe Stock/Kaminski

„Das kann doch wohl nicht euer Ernst sein!“, rufe ich erbost am Steuer meines Wagens. Ich fahre nach einer kurzen Pause vom Autobahnrastplatz los und beobachte, wie zwei Typen bei voller Fahrt die Türen ihres PKW öffnen und leere Getränkedosen in Richtung der Grünflächen werfen. Mich macht das wütend. Und nachdenklich. Ich finde, jeder kann seinen Teil dazu beitragen, die Welt zu einem besseren - und vor allem saubereren - Ort zu machen.

Und der Herr sprach: Lasst euren Müll nicht liegen

Es ist auch eigentlich gar kein Hexenwerk, kein großer Akt, der übernatürliche Kräfte voraussetzt. Die Faustregel lautet schlicht und ergreifend: Der Müll kommt in die Mülltonne. Den Namen hat sie nicht ohne Grund. Beim Aschenbecher wird‘s da schon etwas schwieriger, Zigarettenbecher würde es leichter machen. Trotzdem: Kippen rein, es gibt keine Ausreden.

Kommt, wir machen einen Freizeitspaß daraus

Wir Deutschen produzieren über 400 Tonnen Abfall im Jahr. Und wenn ich mir die Parks, Flussufer und Waldwege der Republik so anschaue, kommt es mir so vor, als lande die Hälfte davon genau dort. Weil gesunder Menschenverstand oftmals nicht vorhanden zu sein scheint, treffen sich regelmäßig weltweit Menschen mit Verantwortungssinn zu sogenannten Clean-Up-Aktionen.

Gemeinsam sammeln sie Müll ein und entsorgen ihn. Klingt wenig unterhaltsam. Aber ist notwendig. Denn a) der Müll kommt weg. Und b) vielleicht schaffen sie ein Bewusstsein für Umweltschutz bei denen, denen es offensichtlich fehlt.

Warum es glücklich macht, Gutes zu tun

Zugegeben, diese Clean-Ups sind Drecksarbeit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Doch sie machen glücklich. „Helfen ist uns in die Wiege gelegt“, erklärt die Techniker Krankenkasse. „Ein Team des Max Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig fand zum Beispiel heraus: Schon 18 Monate alte Kinder unterbrechen spontan ihr Spiel, um zu helfen.“

Sich für eine gute Sache einzusetzen macht zwar Arbeit, aber auch glücklich. Und das sogar dauerhaft. Eine Studie von Forschern um den Berliner Psychologieprofessor Denis Gerstorf hat belegen können: Wer sich sozial engagiert, fühlt sich bis ins hohe Alter wohler. Völlig unabhängig von Faktoren wie Gesundheit oder Bildungsgrad. Besonders im Hinblick auf Umweltschutz sind das doch gute Aussichten. Immerhin wollen wir ja alle noch ein paar Tage hier verbringen.

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