Naturgeräusche für Entspannung und Wohlbefinden

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht‘s um Naturgeräusche. Denn die sind gesund.

von Marc Bracht

, 27.04.2021, 11:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einfach mal Klappe halten und Ohren spitzen: Naturgeräusche sind total entspannend. Sagt auch die Hirnforschung.

Einfach mal Klappe halten und Ohren spitzen: Naturgeräusche sind total entspannend. Sagt auch die Hirnforschung. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Der Schriftsteller Hermann Lahm sagte mal: „Musik ist die Vorfreude auf den Himmel.“ Ich stimme zu. Denn wenn ich so mitbekomme, was manche Leute hören, kann ich nur verzweifelt rufen: „Petrus, mach‘ auf, ich komme!“

Doch es geht nicht nur um schlechte Musik, die einem die Nerven raubt. Das Phänomen Lärm-Stress umfasst letztlich alle Geräusche, die auf Dauer als störend empfunden werden. Anders steht‘s um Naturgeräusche. Denn der Klang von trällernden Vögeln und rauschenden Tannen ist gesund.

Naturgeräusche: Das machen sie mit uns

Erst letzten Sonntag habe ich das wieder am eigenen Leib erfahren. Das Viertel, in dem ich wohne, ist aktuell eine einzige Baustelle. Dachdecker hier, Tiefbauer da, Lärm überall. Das nervt. Vor allem dann, wenn man im Homeoffice arbeitet.

An besagtem Sonntag waren meine Partnerin und ich mit dem Fahrrad im Umland unterwegs. Und was soll ich sagen? Der Soundtrack von Mutter Natur war Balsam für Seele und Trommelfell. Entspannung pur. Doch woran liegt das?

Die Natur als Beruhigungsmittel

Lärm-Stress kann krank machen. Er führt, bestätigt das Umweltbundesamt, zur Ausschüttung von Stresshormonen, die in unsere Kreislauf- und Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen. Die Folge: Der Blutdruck steigt, ebenso die Herz- und Atemfrequenz.

Naturgeräusche bewirken das Gegenteil. In einer Studie der Akademie der Wissenschaft in den USA spielte man Testpersonen im Hirnscanner verschiedene Geräusche vor. Schnell zeigte sich, dass Vogelstimmen oder Meeresrauschen die Areale im Hirn aktiviert, die mit Entspannung und Wohlbefinden in Verbindung stehen.

Naturgeräusche und Hirnforschung

Den Wissenschaftlern zu Folge lässt sich das Entspannungspotenzial von Naturgeräuschen aus evolutionärer Perspektive erklären. „Natürliche akustische Umgebungen liefern Signale für Sicherheit oder eine geordnete Welt ohne Gefahr, was Kontrolle über psychischen Zustände, Minderung von stressbedingtem Verhalten und mentale Erholung ermöglicht“, heißt in deren Bericht.

Also: Wenn demnächst mal wieder Andrea Berg von links und Presslufthammer von rechts kommen, Schuhe an - und ab in die Natur.

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