Ohne Mikroplastik heißt nicht plastikfrei

Peelings im Test

Die Industrie kann sich in Sachen Umweltschutz selbst regulieren: Die Kosmetikbranche verzichtet auf Mikroplastik in Peelings. Trotzdem wurden darin Kunststoffe gefunden.

21.02.2020, 09:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Peelings kommen inzwischen ohne Mikroplastik aus.

Viele Peelings kommen inzwischen ohne Mikroplastik aus. © Monique Wüstenhagen/dpa

Eine grüne Überraschung nennt die Zeitschrift „Öko-Test“ die Ergebnisse ihres Labortests von Körperpeelings. 25 von 50 Kosmetikprodukten erzielten die Note „sehr gut“. „Darunter nicht nur, wie sonst so oft, alle zertifizierten Naturkosmetikprodukte, sondern auch zehn Peelings konventioneller Anbieter“, heißt es in dem Magazin (Ausgabe 2/2020).

Mikroplastik schadet der Umwelt

Das gehe vor allem auf eine Selbstverpflichtung der Branche zurück, kein Mikroplastik als Schleifteilchen zu verwenden. Kläranlagen können die Partikel oft nicht aus dem Abwasser filtern, so gelangen sie in Flüsse und Meere - und in die darin lebenden Tiere. Stattdessen setzt man in Körperpeelings nun etwa auf Zucker, Salz, Kieselsäure oder Aprikosen- und Mandelkerne sowie Kaffee und Bambus.

Kunststoffe in Kosmetika

Trotzdem kritisieren die Produkttester viele der getesteten Produkte: Nur weil das Mikroplastik fehlt, seien die Produkte „nicht plastikfrei“. Gerade viele konventionelle Körperpeelings enthielten Silikone oder synthetische Polymere. Aber auch diese löslichen Kunststoffverbindungen belasten Böden und Gewässer.

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dpa