Siesta alemana

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. In Anbetracht der Hitzewelle plädiert er diesmal für Siesta.

11.08.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mach mal halblang: Bei der aktuellen Hitzewelle wäre doch eine tägliche Siesta etwas für uns. Findet zumindest Leben-Redakteur Marc Bracht.

Mach mal halblang: Bei der aktuellen Hitzewelle wäre doch eine tägliche Siesta etwas für uns. Findet zumindest Leben-Redakteur Marc Bracht. © Unsplash

Die Hitzewelle hat uns in ihrem heißen Griff. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sind tagsüber der Regelfall. Tropische Nächte, in denen es sich irgendwie gar nicht abkühlt, auch. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern und Kreislaufproblemen. Empfiehlt, ein Glas Wasser pro Stunde zu trinken. Mindestens. Mir macht das alles überhaupt keinen Spaß. Ich schlafe schlecht, kann mich tagsüber im Job nicht konzentrieren. Doch während ich so vor mich hinschmilze, habe ich einen Geistesblitz. Und der dürfte den Geschmack der meisten Bundesbürger ziemlich genau treffen.

Von den Spaniern lernen

Wir Deutschen haben eine innige Beziehung zu Spanien. Besonders Mallorca hat es uns angetan, wird schon als 17. Bundesland angesehen. Tausende strömen jährlich in das Land der Tapas und Toreros. Warum tun wir es also nicht den Spaniern gleich - und führen die Siesta ein?

Den Anblick von Spaniern, die am frühen Nachmittag in der Sonne dösen, kennt jeder. Die Siesta ist der traditionelle spanische Mittagsschlaf. Gegessen wird meist gegen 14 Uhr. Dann heißt es: Erst mal die Äuglein ausruhen. Gern bis 17 oder 18 Uhr. Mit Faulheit hat das nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Die Siesta ist ein smarter Schachzug.

So gesund ist die Siesta

Denn während man so gemütlich schlummert, entzieht man sich der Mittagshitze und ist wieder fit für die Arbeit, wenn es abends etwas kühler wird. Und dabei tut man seinem Körper etwas Gutes. Wer regelmäßig Siesta hält, hat ein deutlich geringeres Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen. 37 Prozent geringer, wie eine Studie aus Griechenland ergab.

Ich finde, wir könnten über die Siesta alemana, die deutsche Siesta, ruhig einmal ganz offen reden. Vielleicht bei einem kühlen Getränk. Mit der Krempe eines Strohhuts tief ins Gesicht gezogen.

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