So finden Sie den richtigen Rollator

Checkliste

Der Gang wird unsicher, Schwindel macht einem das Leben schwer - um dennoch mobil zu bleiben, könnte ein Rollator helfen. Darauf müssen Sie bei der Auswahl achten.

07.07.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Rollator ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit - aber auf das richtige Modell kommt es an. Foto: Jens Kalaene

Ein Rollator ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit - aber auf das richtige Modell kommt es an. Foto: Jens Kalaene © picture alliance/dpa

Rollatoren begegnen einem im Alltag an vielen Stellen: „Der Rollator hat heute kein Stigma mehr, zumindest in der Gesellschaft“, sagt Christine Gaszczyk vom Sozialverband VdK in Berlin.

Bei einem Test, den die Stiftung Warentest im Frühjahr 2019 veröffentlichte, war das Ergebnis durchwachsen: Lediglich zwei der zwölf Rollatoren im Feld wurden mit „gut“ bewertet, beides waren Leichtgewichtmodelle.

Stahlrollator oder Leichtgewichtrollator

Stellt der Arzt ein Rezept für einen Rollator aus, haben Versicherte Anspruch auf ein Modell, das die Kasse bezahlt. Das ist in der Regel ein Standardmodell aus Stahl - das durchaus mehr als zehn Kilogramm auf die Waage bringen kann.

Bei Leichtgewicht Teil der Kosten selbst tragen

Wer einen leichteren Rollator haben möchte, muss als gesetzlich Versicherter in der Regel zumindest einen Teil der Kosten zahlen. Die bei Stiftung Warentest beschriebenen Leichtgewichte kosteten zwischen 209 und 535 Euro. Das leichteste Modell wog knapp sechs Kilo.

Eine Checkliste hilft bei der Auswahl des richtigen Rollators. Foto: Kirsten Neumann

Eine Checkliste hilft bei der Auswahl des richtigen Rollators. Foto: Kirsten Neumann © picture alliance/dpa

Checkliste hilft bei der Rollator-Auswahl

Christine Gaszczyks genereller Tipp: Vor dem Kauf eine Liste machen. Was soll der Rollator können, bei was soll er unterstützen?

  • 1. Draußen oder drinnen? Wollen Sie den Rollator vor allem draußen nutzen? Dann ist es gut, wenn er stabiler konstruiert ist, meint Gaszczyk. In einer Wohnung mit schmalen Fluren und engen Zimmern hingegen sei ein leichteres Modell besser. Tasche oder Korb sind sinnvolles Einkaufszubehör.
  • 2. Längs- oder Querfalter? Wer mobil mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs ist, sollte darauf achten, wie gut sich das Modell zusammenklappen lässt und ob es alleine stehen kann. Auch hier haben die Leichtgewicht-Rollatoren einen großen Vorteil. „Die Standardmodelle stehen nicht von alleine, das ist nicht mehr zeitgemäß“, findet Warentester Roman Schukies. Die Standard-Rollatoren im Test wurden über die Querachse zusammengefaltet - „Klemmfallen inklusive“, wie Schukies sagt. Die Leichtgewichte dagegen hatten eine Schlaufe, an der man zog - und der Rollator klappte zusammen. Diese Modelle nennt man Längsfalter.
  • 3. Ankipphilfe: Eine Ankipphilfe, das ist ein Hebel an den Hinterrädern, macht es leichter, über einen Bordstein oder Stufen zu kommen. „Sie sollte auf beiden Seiten angebracht und rutschfest sein“, rät Frank Leyhausen. Den Standard-Rollatoren fehlt diese Vorrichtung in der Regel. Stattdessen geben der Stiftung Warentest zufolge viele Anbieter in ihren Gebrauchsanleitungen an, ihre Produkte seien nur für ebenen Untergrund geeignet.
  • 4. Bremsen: Viele Rollatoren rollten auch zu schnell und zögen den Nutzer quasi hinter sich her, hat Leyhausen beobachtet. „Das lässt sich mit einer Schleifbremse lösen, das erhöht den Rollwiderstand.“
  • 5. Individuelle Anpassung: Was auch wichtig ist: die individuelle Anpassung des Rollators. Die Höhe der Griffe zum Beispiel muss sich einstellen lassen. Sie sollte so sein, dass man sich nicht aufstützt, sondern aufrecht stehen kann. Sind die Handgelenke auf gleicher Höhe mit den Griffen und lassen diese sich mit leicht angewinkelten Armen umfassen, dann ist der Rollator in der Regel richtig eingestellt - bei bestimmten Krankheiten könnten andere Einstellungen nötig sein.
  • 6. Rollator dem Arzt vorführen:„Führen Sie Ihrem Arzt, der Physiotherapeutin oder dem Orthopäden mal vor, wie Sie laufen, um es gegebenenfalls korrigieren zu können“, rät Christine Gaszczyk. Spezielle Trainings können auch mehr Sicherheit geben - für diejenigen, die Bus und Bahn fahren, zum Beispiel.

dpa

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