So schätzen Sie Fieber bei Kindern richtig ein

Zäpfchen oder nicht?

Wenn die Kleinen leiden, sorgen sich die Großen. Fieber beim Nachwuchs versetzt Eltern regelmäßig in Alarmbereitschaft. Manchmal zurecht - aber nicht immer, wie ein Experte erklärt.

18.02.2020, 10:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fieber beim Kind verunsichert viele Eltern, weil sie es nicht richtig einschätzen können. Im Zweifel gilt: Lieber ärztlich abklären lassen.

Fieber beim Kind verunsichert viele Eltern, weil sie es nicht richtig einschätzen können. Im Zweifel gilt: Lieber ärztlich abklären lassen. © picture alliance/dpa

Fieber ist gerade bei Kleinkindern eine wichtige und typische Abwehrreaktion des Körpers. Bestimmte Teile des Immunsystems werden durch das Erhitzen in ihr Temperaturoptimum gebracht werden, erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Bestimmte Zellfraktionen „zerstören dann körperfremde Angreifer besonders gut“, fügt der Experte an.

Fieber: Alternative zu Zäpfchen

Insofern können Zäpfen tatsächlich kontraproduktiv für die Bekämpfung des Erregers sein. Das Absenken des Fiebers nehme dem Körper eine bestimmten Teil der Abwehrkraft, so Fegeler. Allerdings: „Jenseits der 39,5 Grad knicken die Kinder oft so weg, dass man Medikamente geben sollte, um ihren Zustand zu verbessern.“ Alternativ zu Zäpfchen könne das etwa „Fiebersaft“ sein.

Zustand des Kindes ist maßgeblich

Maßgeblich für die Medikamente ist also der Allgemeinzustand des Kindes und nicht die erhöhte Temperatur. „Fieber können Kinder in der Regel mit ihrem Herz-Kreislauf-System kompensieren - anders als etwa im höheren Alter, wo Fieber das Herz belasten kann“, sagt Fegeler.

Was generell gilt

Fieber innerhalb der ersten drei Lebensmonaten ist immer sofort ein Fall für den Kinderarzt, weil in diesem Alter ganz unangehme Erkrankungen auftreten könnten. Fegeler rät auch, im gesamten ersten Lebensjahr Fieber immer vom Arzt abklären zu lassen. Das heißt: ab 38,5 Grad, rektal gemessen.

Losgelöst von bestimmten Temperaturgrenzen sei es stets ein Alarmzeichen, wenn das Kind wesensverändert ist - also extrem apathisch erscheint oder gar nichts trinkt zum Beispiel. Das lässt man lieber abklären, rät der Mediziner.

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dpa