Verflixte Wetter-Apps

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es ums Wandern. Was guttut, aber von Wetter-Apps meist ruiniert wird.

30.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mal so, mal so - und das parallel. Wer sich auf Wetter-Apps verlässt, ist verlassen. Findet zumindest Redakteur Marc Bracht.

Mal so, mal so - und das parallel. Wer sich auf Wetter-Apps verlässt, ist verlassen. Findet zumindest Redakteur Marc Bracht. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

„Es soll regnen“, sage ich enttäuscht, den Blick auf das Smartphone gerichtet. „Echt? Bei mir steht, es soll nur leicht bewölkt sein“, entgegnet meine Freundin. Ebenfalls das Smartphone in der Hand. Wir wollen wandern gehen. Es ist ein neues Hobby geworden, welches sich perfekt in der Corona-Zeit umsetzen lässt - und Körper und Geist guttut. Wären da nicht diese verflixten Wetter-Apps.

Wetter wider Willen

Ja, diese kleinen Helfer sollen uns das Leben erleichtern, sorgen aber in der Regel für totalen Stress. Den einen Tag so, den anderen so. Und dann wieder völlig anders. Seit Tagen checken wir regelmäßig die Apps. Auf halber Strecke von Platzregen überrascht zu werden, macht nämlich mal so gar keinen Spaß. Passiert ist es uns schon. Irgendwo im Teutoburger Wald mit einer Reststrecke von knapp neun Kilometern.

Warum sind Wetter-Apps so ungenau?

Doch warum kann man sich so schlecht auf die Wettervorhersagen des Smartphones verlassen? Diese Frage beschäftigt mich schon länger. Die Erklärung ist denkbar einfach: Die Apps auf unseren Mobiltelefonen, sie kommen meist aus den USA, bilden Europa und die entsprechenden Daten meist nur ungenau ab. Ein Raster wird über die Landkarte gelegt, welches mit Abständen von über 20 Kilometern besonders für Deutschland zu grobmaschig ist. Deutschland ist für dieses sogenannte GFS-Modell einfach zu kleinteilig.

Mehr Genauigkeit made in Germany

Wer es genauer haben möchte, sollte deshalb seine Ausflüge ins Grüne mit deutscher Software planen. Diese kann das Modell des Deutschen Wetterdiensts nutzen, welches den Abstand der US-Kollegen auf gerade einmal 2,8 Kilometer reduziert.

Einfach drauflos

Meine Partnerin und ich sind dann aber einfach drauflos marschiert, Kleidung für jede Wetterlage im Gepäck. Und siehe da, trotz der doch recht durchwachsenen Vorhersage der Wetter-Apps (aus den USA) wurden wir mit Sonnenschein belohnt. Statt des Blicks auf das Handy, reicht vielleicht manchmal sogar einfach der Blick in den Himmel. Die Faustregel: Wenn dieser abends in einem kräftigen Orange erstrahlt, wird das Wetter am nächsten Tag meist gut.

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