Warum Smalltalk so wichtig ist

Kolumne

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um die positiven Auswirkungen von Smalltalk auf die menschliche Psyche.

13.10.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kollegen, Kaffee, Quatschen: Smalltalk ist wichtig. Warum, erklärt Leben-Redakteur Marc Bracht.

Kollegen, Kaffee, Quatschen: Smalltalk ist wichtig. Warum, erklärt Leben-Redakteur Marc Bracht. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Von Smalltalk ist die Rede, wenn im Alltag ein spontanes, unverfängliches Gespräch mit einem anderen Menschen entsteht. Smalltalk zeichnet sich dadurch aus, locker, unverbindlich und umgangssprachlich zu sein. Ein kurzer Plausch mit einem Kollegen an der Kaffeemaschine, ein Wortwechsel mit einem Fremden an der Bushaltestelle oder im Supermarkt mit der Kassiererin. Das alles ist Smalltalk. Dabei wird der Name der Sache allerdings überhaupt nicht gerecht. Denn die Wirkung von Smalltalk auf unsere Psyche ist alles andere als small.

Smalltalk steigert das Wohlbefinden

Studien der Universitäten von British Columbia und Cambridge ergaben bereits vor ein paar Jahren, dass uns Smalltalk zufrieden machen kann. Die Menschen müssten sich regelmäßig ein wenig Zeit für alltägliche Dinge nehmen. Viel zu oft sind wir gehetzt, kurz angebunden und beschränken uns deshalb, vielleicht auch ein Effekt des Dogmas der Leistungsgesellschaft, nur auf das sogenannte Wesentliche.

Doch wir Menschen sind soziale Wesen. Das Bedürfnis, sich als Teil einer sozialen Gruppe fühlen zu wollen, liegt in unserer Natur. Es geht also um Zugehörigkeitsgefühl und Anerkennung. Ein kurzes Gespräch über vermeintliche Belanglosigkeiten tut der Seele gut. Man erkennt Gemeinsamkeiten, gewinnt Erkenntnisse über den Gesprächspartner, kann sich austauschen. Und es führt vielleicht zu weiteren, die dann intensiver sind und mehr in die Tiefe gehen.

Regeln für Smalltalk

Doch auch wenn man dem Smalltalk gern nachsagt, oberflächlich zu sein, gibt es doch ein paar Regeln zu beachten. Dem Sitznachbarn im Zug durch die Blume zu erzählen, dass die eigene Oma kürzlich verstorben ist, ist also nicht die beste Idee. Hier ein paar klassische Themen für den Smalltalk:

  • Das Wetter: Über das Wetter zu reden, ist wohl das Smalltalk-Thema schlechthin. Ein simples „Ganz schön warm heute“ ist stets ein guter Einstiegspunkt.
  • Das Essen: Ein „Die Pasta hier ist ein Gedicht“ im Restaurant kann ein guter Eisbrecher sein, um ins Gespräch zu kommen.
  • Die Freizeit: Über Hobbys, Urlaubsreisen, Lieblingsfilme lässt sich immer ganz unverfänglich mit dem Gegenüber sprechen.

Beim Smalltalk ist es zudem wichtig, die Initiative zu ergreifen. Wenn man also merkt, dass sich peinliche Stille breitmacht, kann mit einer offenen Frage ganz einfach ein Gespäch beginnen. Ja-Nein-Fragen sollten vermieden werden, da sie ein Gespräch abrupt beenden können. Stattdessen sind Fragen angebracht, die den Gesprächspartner dazu bewegen, seine Meinung zu etwas zu äußern.

Wer diesen kleinen Leitfaden beherzigt, wird sich schon bald in interessanten Gesprächssituationen wiederfinden. Ganz sicher.

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