Wer betrunken reitet, trägt Unfallschuld

Im Straßenverkehr

Wer sich angetüdelt aufs Pferd schwingt, denkt vielleicht: Hauptsache, das Tier ist nüchtern. Aber Reiter unterliegen den gleichen Gesetzen wie Autos. Einiges ist allerdings nicht klar geregelt.

10.07.2020, 09:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beim Reiten auf öffentlichen Verkehrswegen gelten die gleichen Regeln wie für Fahrzeuge. Foto: Annette Ried

Beim Reiten auf öffentlichen Verkehrswegen gelten die gleichen Regeln wie für Fahrzeuge. Foto: Annette Ried © picture alliance/dpa

Reiter, die alkoholisiert auf dem Pferd auf öffentlichen Verkehrsflächen unterwegs sind, können Probleme bekommen - auch wenn Gesetze und Verordnungen manches offen lassen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) erklärt: „Nach unserem Kenntnisstand gelten für Gespannfahrer und Reiter sinngemäß die gleichen Verkehrsregeln wie für Fahrzeuge.“

Das regelt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in Paragraf 28, Absatz 2.

Keine Blutalkohol-Grenzwerte für Reiter festgelegt

In der StVO, im Straßenverkehrsgesetz (StVG) und im Bußgeldkatalog der StVO finden sich zwar keine Blutalkohol-Grenzwerte für Reiter und Gespannfahrer. Sobald es zu einem Unfall kommt, sind alkoholisierte Reiter allerdings in der Regel schuld - das haben laut der FN entsprechende Urteile in den vergangenen Jahren gezeigt.

Im Turnier droht Disqualifikation

Und wie sind die Regeln auf nicht-öffentlichen Straßen und Wegen? Zumindest für den Konsum von Alkohol im Turniersport gilt laut dem nationalen Regelwerk Folgendes: Teilnehmerinnen oder Teilnehmer sind erst bei stark herabgesetzter Leistungsfähigkeit durch übermäßigen Alkoholkonsum („0,5 Promille“) nicht zugelassen oder zu disqualifizieren.

Nach einem Absacker sollten es Reiter also vielleicht mit der alten Weisheit der Radfahrer halten. Denn dort heißt es: „Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.“

dpa

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