120 Legdener und Asbecker säubern die Landschaft

Umweltag

Regen hielt 60 Asbecker und 60 Legdener nicht davon ab, am frühen Samstagmorgen zum Umelttag hinauszuziehen. Bewaffnet waren sie mit tragbaren Eimern, rollenden Mülltonnen und allerlei Gerätschaften, um Müll aufzusammeln. Aus hygienischen Gründen trugen viele Handschuhe.

LEGDEN

, 20.03.2017, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Vereine gibt es in Asbeck, die im steten Wechsel jedes Jahr aufs Neue diese Aktion organisieren und koordinieren. Die anderen Vereine helfen jedes Mal tatkräftig mit. In diesem Jahr war der Angelsportverein Asbeck federführend. Rainer Schürhoff hielt für seinen Verein die Fäden am Anfang in der Hand. Er teilte die Asbecker in fünf Gruppen ein, verteilte die Pläne für die Wegstrecken und gab genaue Anweisungen zum Ablauf: „Die ganzen Wege in und um Asbeck haben wir damit abgedeckt, nicht die Vorgärten. Dafür sind die Besitzer selber zuständig. Sammelt alles, was ihr findet.“

Viele Kinder machen mit

Länger hätte die Ansprache auch nicht sein dürfen, denn jeder wollte mit seiner Gruppe auf die Route gehen. Überraschend viele Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren, begleitet von Angehörigen, gehörten zur Truppe. „Wir machen das erste Mal mit“, erklärte Luisa (6 Jahre). Ihre Schwester Amelie (8 Jahre) nannte auch den Grund dafür: „Damit es in Asbeck sauber ist.“ Thierno Diallo, der nach seiner Flucht aus Guinea seit zwei Jahren in Asbeck lebt, nannte einen weiteren Grund für das Engagement: „Die Umwelt ist wichtig. Wenn es draußen sauber ist, ist es gut für die Natur.“ Und schon ging es endlich los. Matthias Nettels folgte seinen beiden Patenkindern, die ihn zum Mitmachen überredet hatten. „Als Kind war ich das letzte Mal dabei“, gab Nettels zu. Für Marion Hölscher gehört die Aktion bereits zum festen Jahresprogramm. „Ich bin Asbeckerin. Asbeck ist meine Heimat. Dafür möchte ich was tun“, betonte sie stolz. Autoreifen, Portemonnaies und Unterhosen hat sie in all den Jahren schon gefunden. „Letzteres war nicht so ästhetisch“, sagt Marion Hölscher und hält ihre behandschuhten Hände hoch.

Wärmende Erbsensuppe

Zwischendurch stimmte der dreijährige Piet ein Frühlingslied an, um den Regen zu vertreiben und die Sonne anzulocken. Funktioniert hat das aber nicht. Völlig durchnässt trafen sich alle gegen Mittag zur wärmenden Erbsensuppe im Dormitorium wieder. Eine Unterhose war in diesem Jahr auch wieder bei den Fundsachen. Dazu fanden die Sammler zwei Verkehrspfosten, einen noch aufgeblasenen Strandball, ein Mofaschild, eine Rosenschere, ein Hinweisschild für die Schlösserroute, zahlreiche Taschentücher und eine grüne Quietscheente.

Am häufigsten spürten die fleißigen Sammler Zigarettenschachteln, darunter sogar zwei volle Schachteln, Dosen, Tüten von Fastfoodketten und Sektflaschen auf. „Ich schätze, die, die das weggeschmissen haben, sind heute nicht dabei“, kommentierte der fünfjährige Louis trocken, aber zutreffend das Ergebnis der Müllsammelaktion.

200 Abfallsäcke in Legden

„Der Umwelttag war trotz des bescheidenen Wetters ein großer Erfolg“, zog Gerd Heuser, Vorsitzender des Heimatvereins Legden, eine positive Bilanz.

Mit über 60 aktiven Teilnehmern, unter denen sich auch Bürgermeister Friedhelm Kleweken engagierte, konnte eine sehr gute Beteiligung verzeichnet werden. Nicht nur die Schützenvereine machten zahlreich mit, auch viele andere Legdener gesellten sich zu der großen Zahl der ehrenamtlichen Müllsammler.

Fahrrad gefunden

Viel Spass hatten die zahlreichen großen und kleinen Umweltschützer bei ihrer erfolgreichen Müllsuche. Neben den „normalen“ Gegenständen wie Verpackungsmüll von Fastfood, Zigarettenschachteln und Verpackungsmaterial wurden auch Pfandflaschen, Dosen und sogar ein Fahrrad gefunden. Einige Landwirte mit Schleppern und Anhänger sorgten für die Abfuhr von mehr als 200 Müllsäcken, die nach der erfolgreichen Suche an den Wegesrändern abgestellt wurden. Auch der Bauhof der Gemeinde beteiligte sich am Abtransport. „Alle waren sich einig, dass in diesem Jahr außergewöhnlich viel Müll gesammelt wurde und es eine gelungene Aktion war“, so Heuser am Ende des Tages. Zum Dank für den großartigen Einsatz wurde für alle Helfer Erbsensuppe und Getränke am Grillplatz „Neue Mühle“ von der Gemeinde spendiert. Elvira Meisel-Kemper

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