20-Jähriger missbraucht Notrufmelder nach übermäßigem Alkoholkonsum

Amtsgericht

Weil ein 20-jähriger Asylbewerber nach reichlich Wodkakonsum einen Feuerwehr-Notrufmelder missbräuchlich betätigte, stand er vor Gericht. Dort zeigte sich: Sein persönliches Motiv war banal.

Legden

, 22.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Das ging zügig. Keine zehn Minuten dauerte am Montagmorgen die Beweisaufnahme. Es gab weder Widersprüche noch Unklarheiten. Der Angeklagte gestand den Missbrauch des Feuerwehr-Notrufmelders vom 22. November 2017 in einer Legdener Asylbewerberunterkunft auf Anhieb. Die Folge: Das Gericht verurteilte ihn zu einer Arbeitsauflage von 60 Stunden, die innerhalb der kommenden drei Monaten abzuleisten sind.

Banal war allerdings das Motiv, welches der Angeklagte für seine Tat vor Gericht angab. „Ich wollte einfach aus dieser Unterkunft raus. Wir wohnen da zu neunt. Darum hab ich den Knopf gedrückt.“ Etwas, dass der Richter nicht nachvollziehen konnte. „Und da haben sie einfach mal den Notrufmelder missbraucht? Was sollte das bringen?“ Fragen, die der 20-Jährige nicht direkt beantworten konnte.

Reichlich Wodkakonsum

Vielmehr dauerte es etliche Sekunden, ehe der Angeklagte eine wenig nachvollziehbare Antwort gab. „Ja, ich dachte das hilft irgendwie. Außerdem war ja auch besoffen.“ Was er denn getrunken habe, wollte der Richter daraufhin wissen. „Alkohol“, war die Antwort des 20-Jährigen. „Dass das kein Wasser war, ist mir auch klar. Was für Alkohol und wie viel?“, bohrte der Richter nach. Und die Menge, die der Angeklagte dann angab, hatte es in sich. Mindestens eine Flasche Wodka soll es gewesen sein. „Aber auch das ist keine Rechtfertigung für das, was sie getan haben“, stellte der Richter daraufhin klar.

Und da der Sachverhalt damit geklärt war, nutzte der Richter noch die Gelegenheit, dem Geständigen ins Gewissen zu reden. „So etwas, was sie gemacht haben, geht nicht. Andere Menschen brauchen vielleicht wirklich die Hilfe und bekommen sie nicht, weil die Einsatzkräfte unnötigerweise bei Ihnen waren.“ Und diese Belehrung schien auch bitternötig, denn dem 20-Jährigen war, so gab er zuvor an, gar nicht klar, dass sein Verhalten überhaupt strafbar gewesen sei.

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