42-Jähriger fährt mit kurioser Begründung zum wiederholten Mal ohne Führerschein

Amtsgericht

Weil er ein Auto ohne gültige Fahrerlaubnis durch Legden manövrierte, stand ein 42-jähriger vor Gericht. Dort waren seine Erklärungsversuche nicht nur kurios, sondern auch erfolglos.

Legden

, 06.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Manche Menschen sind eben unbelehrbar. Das scheint auch auf den 42-jährigen Legdener zuzutreffen, der sich am Dienstagmittag vor dem Amtsgericht Ahaus wegen des Führens eines Kraftfahrzeuges ohne gültige Fahrerlaubnis verantworten musste. Denn es war nicht das erste Mal, dass er wegen dieses Tatbestandes vor Gericht stand. Somit wirkte sich auch sein Geständnis nur noch geringfügig strafmildernd aus. Das Gericht folgte den Forderungen der Staatsanwaltschaft nach einer Geldstrafe – im vollen Umfang.

Konkret verhandelt wurde das Vergehen vom 10. September des vergangenen Jahres. An diesem Tag soll der 42-Jährige unter anderem auf dem Stikkamp einen PKW gefahren haben, obwohl ihm zuvor die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Aus diesem Umstand machte der Angeklagte auch keinen Hehl. „Ich gebe zu, dass ich das gemacht habe. Mir blieb ja nichts anderes übrig“, sagte er direkt zu Beginn der Verhandlung.

Eine „dumme Sache“

Und wegen dieses Geständnisses ging es dem Gericht in den folgenden Minuten nur noch darum, die Hintergründe dieses Fehlverhaltens zu erörtern. „Sie wurden wegen derselben Sache schon mal verurteilt. Ganz schön dumm, so was erneut zu machen, oder?“, so der Richter. Die Antwort des 42-Jährigen fiel kurz und knapp aus. „Ja, saublöd.“

Ebenfalls blöd für den Angeklagten war die Tatsache, dass er ohne Rechtsbeistand auskommen musste. Dabei hatte er mit diesem gerechnet, wie der 42-Jährige erklärte. „Ein Bekannter wollte sich für mich um einen Anwalt kümmern, aber ich hab mit diesem nie gesprochen. Ich versteh das jetzt auch nicht.“

Unplausibler Erklärungsversuch

Wie dem auch sei – immerhin hatte der Angeklagte, zumindest seiner Auffassung nach, einen plausiblen Grund, das Fahrzeug am Tattag ohne Fahrerlaubnis fahren zu dürfen. „Ich hatte viel um die Ohren mit Scheidung, mit den Kindern und so Sachen. Ich wollte die Kleinen sehen. Aber keiner meiner Freunde wollte mich dorthin fahren. Die haben alle keine Lust auf meine Frau und Ärger. Also musste ich das ja selbst machen.“ Dass es auch so etwas wie Busse und Taxen gibt, kam dem Angeklagten offenkundig nicht in den Sinn.

Nicht nur wegen dieser Ausführungen, sondern vor allem wegen des Geständnisses, war die Beweisaufnahme nach mal gerade zwölf Minuten geschlossen. Die zwei geladenen Zeugen wurden nicht mehr angehört. Gefordertes Strafmaß des Staatsanwalts: 80 Tagessätze zu je zehn Euro Geldstrafe, 18 Monate Fahrverbot und die Übernahme der Verfahrenskosten. „Weil es sich hier um jemanden handelt, der nicht aus seinen Fehlern lernt.“

Urteil bereits rechtskräftig

Forderungen, dem sich das Gericht im vollen Umfang anschloss. „Sie haben zwar gestanden, aber sie sind eben ein Wiederholungstäter und derzeit charakterlich einfach ungeeignet, ein Fahrzeug zu führen“, führte der Richter nach der Urteilsverkündung abschließend aus. Da der 42-Jährige noch im Saal auf Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil bereits rechtskräftig.

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