840000 Liter Grundwasser pro Tag

Düstermühle Süd

Das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren Düstermühle-Süd geht ab Oktober in eine neue Verfahrensrunde. Die öffentliche Auslegung der Pläne und Gutachten ist beendet, die Frist für Einwendungen abgelaufen.

LEGDEN/AHAUS

, 05.10.2015, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
840000 Liter Grundwasser pro Tag

Trinkwassergewinnung an der Düstermühle in Legden Stadtwerke Ahaus

Die Stadtwerke Ahaus haben die Förderung von täglich 840 Kubikmetern Grundwasser aus einer Tiefe von 185 Metern beantragt. Das Wasser dient der Sicherung der Trinkwasserversorgung in Ahaus und Heek (Münsterland Zeitung berichtete). Die Zahl der Einwendungen sei eher gering, erklärte am Montag Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung, auf Anfrage. Die Stellungnahmen werden nun ausgewertet. Die Einwender werden dann zu einem Eröterungstermin eingeladen.

Der Legdener Gemeinderat hat unterdessen einstimmig den Beschluss gefasst, keine Bedenken gegen die Grundwasserentnahme zu äußern. Einen Freifahrtschein wollten die Legdener Politiker aber nicht ausstellen. "Auf die Interessen der Landwirtschaft und der Hausbrunnenbesitzer sowie der Eigentümer der angrenzenden Grundstücke ist Rücksicht zu nehmen", heißt es in dem Beschluss.

Kein Vetorecht

Bruno König (UWG) betonte, dass der Genehmigungszeitraum von 30 Jahren sehr lang und die Fördermenge sehr groß sei. "Sind Neuverhandlungen über die Fördermenge möglich?", wollte der UWG-Mann wissen. Bürgermeister Friedhelm Kleweken verneinte: "Wir als Gemeinde sind nicht Verhandlungspartner. Das fällt in die Zuständigkeit der Bezirksregierung. Wir können nur Anregungen geben."

König hatte auch die Frage nach der Möglichkeit eines Vetos gestellt - schließlich sei Wasser ein kostbares Gut, das Legden im Blick auf die Daseinsvorsorge möglicherweise für sich behalten sollte. Kleweken: "Dafür sehe ich keine rechtlichen Möglichkeiten. Außerdem: Wir sind eine Region. Unsere Kinder gehen ja auch in Ahaus zur Schule. Wir sind froh über die gute Zusammenarbeit." Mittelfristig, so Kleweken, erwarte er ohnehin ein gemeinsames Netz für mehr Versorgungssicherheit. Zurzeit bezieht die Gemeinde Legden ihr Trinkwasser von den Stadtwerken Coesfeld.

Wasserbehörde: Keine Schäden

Im Probebetrieb fördern die Stadtwerke Ahaus bereits seit drei Jahren jährlich 250 000 Kubikmeter, das sind 250 Millionen Liter. Die Bezirksregierung als Obere Wasserbehörde hat geprüft, wie sich die Wasserentnahme auswirkt und kommt zu dem Schluss, dass es zu keinen Absenkungen im oberflächennahen Grundwasser kommt. Schäden für die Vegetation und die landwirtschaftlichen Erträge seien, so die Bezirksregierung, nicht zu erwarten.

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