Abfallgebühren sind in Legden so hoch wie fast nirgends in ganz NRW

rnBund der Steuerzahler

Nur in fünf Kommunen in ganz NRW ist die Abfallentsorgung teurer als in Legden. Das zeigt ein Vergleich vom Bund der Steuerzahler. Für Bürgermeister Friedhelm Kleweken kein Grund zur Sorge.

Legden

, 22.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Legden ist NRW-weit Spitze. Zumindest, wenn es nach den Abfallgebühren geht. Einmal im Jahr vergleicht der Bund der Steuerzahl die Abfallgebühren in allen Kommunen und Kreisen von Nordrhein-Westfalen miteinander.

Ergebnis: Legden steht an sechster Stelle der teuersten Kommunen. Die Abfallentsorgung ist - bei 14-täglicher Leerung der Restmülltonne – nur in Münster, Selm, Alpen, Burscheid, Hattingen und Stolberg noch teurer.

399,60 Euro sind kreisweit Spitze und in NRW Platz 6

399,60 Euro werden für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt in Legden pro Jahr fällig. Zum Vergleich: In Heek sind es 264 Euro, in Stadtlohn 316,80 Euro, in Vreden 281,04 Euro, in Rosendahl 206 Euro und in Schöppingen 207 Euro. Wohlgemerkt ebenfalls bei 14-täglicher Abfuhr der Restmülltonne. Noch günstiger ist es in Gescher (184,67 Euro) oder Südlohn (174,72 Euro). Dort wird der Restmüll allerdings nur alle vier Wochen abgeholt. Für dasselbe Abfuhrintervall verlangt die Stadt Ahaus allerdings 223,60 Euro.

Von dem Vergleich lässt sich Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken jedoch nicht aus der Ruhe bringen. „Bei diesen Vergleichen werden ja oft Äpfel mit Birnen verglichen“, erklärt er.

Wertstoffhof bleibt kostenlos, um wilde Entsorgung zu vermeiden

So biete die Gemeinde Legden zum Beispiel den Wertstoffhof der Gemeinde kostenlos an. „Wir wollen so vermeiden, dass die Menschen ihren Grünabfall einfach im Wald entsorgen“, erklärt Friedhelm Kleweken. Aus demselben Grund werde am Wertstoffhof in Legden auch das Gewicht des angelieferten Grünabfalls nicht kontrolliert. „Und gerade diese Mengen haben sich in den vergangenen Jahren enorm erhöht“, erklärt der Bürgermeister.

Wenn die Gebühren in Legden im Vergleich zu anderen Kommunen hoch seien, so nehme er das zur Kenntnis. Mehr nicht. Schließlich arbeite die Gemeinde Legden bei den Abfallgebühren lediglich kostendeckend und arbeite ja keinen Gewinn in die Kalkulation ein.

Kein Gewinn und eine 100 Prozent transparente Kalkulation

„Wir berechnen das so günstig, wie es eben geht“, sagt er. Die Kalkulation sei zu 100 Prozent transparent und werde jährlich von den Politikern im Ort beschlossen. Auch seien ihm in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit keine Beschwerden der Legdener oder Asbecker zu Ohren gekommen.

Und er bringt noch einen Aspekt in die Diskussion, der den Vergleich schwierig mache: „Wir mussten im vergangenen Jahr die Abfallentsorgung neu ausschreiben, weil die Verträge ausgelaufen waren“, sagt er. Aus dem Vergleich des Bunds der Steuerzahler gehe aber nicht hervor, ob es sich in den anderen Kommunen um alte oder neue Verträge handele. „Und auch das hat natürlich einen Einfluss auf die Kosten“, sagt er.

Jahresgebühr im Vier-Personen-Haushalt

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat für seinen Vergleich die Jahresgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt zugrunde gelegt: ein 120-Liter Restmüllgefäß, ein 120-Liter-Bioabfallgefäß sowie der Papierabfall in haushaltsüblichen Mengen. Unterteilt wurde die Bewertung danach, ob der Müll alle zwei oder alle vier Wochen abgeholt wird.

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