Altbekannte Lieder stiften Freude

Erster Mundorgelabend

Gelungene Premiere: Zum ersten Mundorgelabend begrüßte Bernhard Schlätker im Namen der Kolpingsfamilie rund 50 Besucher im Pfarrheim in Legden. Aus dem Wunsch einiger Mitglieder auf der letzten Vollversammlung der Kolpingsfamilie Legden nach einem Liederabend war die Idee geboren worden.

LEGDEN

, 03.04.2016, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die muntere Liederrunde bot auch viel Gesprächsstoff.

Die muntere Liederrunde bot auch viel Gesprächsstoff.

„Ich freue mich über die große Resonanz“, sagte Schlätker angesichts des Andrangs am Samstagabend. Spontan bereicherten Peter Hoffmann und Herbert „Blacky“ Schwarzer den Abend mit ihrer Gitarrenbegleitung. Es wurde gesungen, aber es wurden auch eigene Erfahrungen ausgetauscht.

„Früher hatten wir bei jeder Busfahrt die Mundorgel dabei und haben daraus Lieder gesungen“, erinnerte sich Margret Sicking. Als Schlätker nach dem Alter der mitgebrachten Mundorgel-Ausgaben fragte, war Sicking eine von vielen, die eine Mundorgel von 1968 vorweisen konnten. „Das war eine gute Zeit“, bestätigten einige stolze Besitzer. Doch es gab noch ältere Exemplare. „Mundorgeln gibt es seit 1953. Die ersten Ausgaben trugen kein Datum wie meine Mundorgel“, so Schlätker, deren Alter er auf Ende der 1950er-Jahre schätzte. „Meine Schwester hat sie damals in Dezifix eingeschlagen. Das machte man zu der Zeit so“, ergänzte er.

Echte Klassiker

„Gib uns Frieden jeden Tag“ war das erste Lied, das zusammen gesungen wurde. Damit begann die Erinnerungsreise der Teilnehmer zu den früheren Gesangsrunden mit der Mundorgel in der Hand. „Meine Brüder sind älter als ich. Da haben wir bei den Pfadfindern immer auf dieser Klampfe Lieder aus der Mundorgel gespielt. Das war Ende der 1950er-Jahre“, erinnerte sich Peter Hoffmann, der auf genau dieser alten Gitarre den Abend im Pfarrheim begleitete. „Wir lieben die Stürme“, „Auf die junger Wandersmann“, „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen“ und der Klassiker über Bolle war nicht nur Hoffmann, sondern allen Sängern und Sängerinnen bekannt.

Bernhard Laukamp vom Vorstand der Kolpingsfamilie erinnerte sich ebenso an seine Mundorgelzeit: „Im Zeltlager der Messdiener hatte der Pastor immer eine Mundorgel dabei.“ Christiane Heinzel, Tochter von Bernhard Schlätker, war mit ihren 34 Jahren eine der jüngeren Sängerinnen. Sie hielt eine Ausgabe aus den 1980er-Jahren in den Händen. „Ich weiß, dass meine Eltern immer mit mir daraus gesungen haben“, erinnerte sich Heinzel.

Johannes Meyers Liederbuch aus dem Jahr 1963 war keine Mundorgel, sondern das Liederbuch der Bundeswehr. „Es sind fast dieselben Lieder wie in der Mundorgel. Da haben wir früher bei der Bundeswehr daraus gesungen“, so Meyer. Vielleicht sollte daraus einmal ein Mundorgel-Chor entstehen, denn anders als in gemischten Chören überwogen an diesem Abend die kräftigen Männerstimmen. Schlätker könnte sich eine Wiederholung des Abends durchaus vorstellen.

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