Alte Ausstellungsstücke können Erinnerungen wecken

Projektidee für Senioren

Vergangenheit zum Anfassen, Erinnerungen wecken beim Betrachten alter Öfen und Kochgeräte – Bernhard Laukötter, Vorsitzender des Heimatvereins Asbeck, hat am Sonntagmorgen Senioren in das Feuerstättenmuseum eingeladen, auch um Demenzkranken den Ausdruck ihrer Erinnerungen zu ermöglichen.

ASBECK

von Von Andreas Bäumer

, 10.04.2016, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Agatha Wiynck, ihre Mutter Agatha Berendsen und Bernhard Laukötter, Vorsitzender des Asbecker Heimatvereins mit einem Teil der Ausstellung. Laukötter hofft, durch die alten Gerätschaften, Erinnerungen bei Demenzkranken wachrufen zu können.

Agatha Wiynck, ihre Mutter Agatha Berendsen und Bernhard Laukötter, Vorsitzender des Asbecker Heimatvereins mit einem Teil der Ausstellung. Laukötter hofft, durch die alten Gerätschaften, Erinnerungen bei Demenzkranken wachrufen zu können.

Leider fand die Einladung wenig Resonanz. „Die Uhrzeit“, vermutete Laukötter. Am Sonntagmorgen haben Senioren anderes vor. Er erinnert sich an seinen dementen Vater: „Der weiß manchmal nicht mal wie ich heiße.“ Durch die ausgestellten alten Haushaltsgeräte hofft er, alte Erinnerungen wachrufen zu können. Und die Hoffnung scheint sich zu bestätigen: Agatha Wiynck (58) aus Asbeck hatte ihre Mutter Agatha Berendsen (89) aus Ahaus überredet, sich die Ausstellung gemeinsam mit ihr anzuschauen. Agatha Berendsen bewies, dass Laukötters Plan aufging. Sie erzählte aus alten Zeiten und der Gang durchs Museum mit Mutter und Tochter und dem kenntnisreichen Museumsführer geriet zur Heimatgeschichtsstunde.

Erinnerungen an früher

Stracks gingen die beiden Damen auf einen der Herde mit weißer Emaille-Beschichtung zu. „So ähnlich sah die Maschine, die wir früher hatten, auch aus“, erinnert sich die Seniorin.

Gusseiserne Ringe werden auf dem Herd zur Verkleinerung der Öffnung für die Töpfe genutzt. An das extra Putzzeug, das sie damals für diese Ringe brauchten, erinnert sie sich auch noch. Die Blicke der drei fallen auf das Waffeleisen, das die Hausfrauen auf die Ringe setzen konnten. „Unser Waffeleisen war größer“, erzählt die alte Dame. Im Museum begegnen den dreien noch einige Waffeleisen, manche für Öfen, manche für das offene Herdfeuer. Es findet sich aber keines, das dem Eisen im Elternhaus der alten Dame gleicht.

Hühnerkäfig, Ziegenmilch und Sand auf dem Küchenfußboden

Um so vielfältiger sind die Erinnerungen, die der Gang durch die Museumsräume an der Hunneporte herbeiruft. Agatha Berendsen erinnert sich an die Ziegenmilch, die sie während ihrer Kindheit in Ahaus bevorzugt getrunken hat – von der eigenen Ziege. Der Anstoß für diese Erinnerung war ein Hühnerkäfig in der Ausstellung.

Sie erzählt mit Freude von ihrem Pflichtjahr, das sie in einer Familie mit acht Kindern zugebracht hat. Später, als das Elternhaus durch Bomben zerstört war, zog sie mit Eltern und Geschwistern dorthin. Mit Sand wurde dort die Küche gescheuert. Ihre Schwester fand den Dreck in der Küche merkwürdig.

Den kleinen Raum mit einem Schulofen und anderen Utensilien schauen sich Frau Berendsen und ihre Tochter dann nicht mehr an. Die Wendeltreppe in den ersten Stock sei zu mühsam. Doch an die Volksschule erinnert sich die alte Dame dennoch.

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