Asbecker Bücherei zieht aus dem Pfarrhaus aus und in ehemaligen Brotladen ein

rnBücherei Asbeck

Die Kirchengemeinde zieht endgültig aus dem Pfarrhaus in Asbeck aus. Das bedeutet auch den Umzug für die Bücherei. Am Sonntag hat sie das letzte Mal in diesem Jahr geöffnet.

Asbeck

, 27.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gisela Vogt blickt sich in den beiden hellen Räumen im Erdgeschoss des Pfarrhauses um. Viele Bücher stehen in den Regalen, die Kiste mit den Bilderbüchern ist gut gefüllt und wartet auf die kleinen Besucher. „Hier hängt mein Herzblut dran“, sagt sie und lächelt. Doch im Raum nebenan stapeln sich bereits Umzugskartons.

Seit 1986 arbeitet Gisela Vogt ehrenamtlich in der Katholischen Öffentlichen Bücherei in Asbeck. Noch vor drei Jahren hat sie mit anderen Ehrenamtlichen mitgeholfen, alles zu renovieren, als die Bücherei von der ersten Etage ins Erdgeschoss zog. Doch jetzt müssen sie ausziehen.

Schneller Anlaufpunkt nach der Messe

„Ungern“, sagt Gisela Vogt. Der Ort ist ideal, nicht nur wegen der guten Atmosphäre in den hohen Altbau-Räumen. Direkt neben der Kirche gelegen ist die Bücherei sonntags nach der Messe ein schneller Anlaufpunkt, um sich mit Lesestoff zu versorgen. Doch nach dem Verkauf des Pfarrhauses war nur noch eine Nutzungszeit von zwei Jahren mit dem neuen Eigentümer vereinbart worden.

Asbecker Bücherei zieht aus dem Pfarrhaus aus und in ehemaligen Brotladen ein

An der Heeker Straße 27 ist ab Januar die Asbecker Bücherei zu finden. © Markus Gehring

An der Heeker Straße 27 wurde der neue Standort gefunden. Aus dem ehemaligen „Asbecker Brotladen“ wird die Asbecker Bücherei. Auf rund 50 Quadratmetern werden demnächst die Regale eingeräumt. Durch geschicktes Platzieren der Regale soll auch wieder ein geschützter Raum für die jüngsten Leser entstehen.

Großes und junges Team engagiert sich

Gisela Vogt kann auf die Hilfe eines großen Teams setzen. „Wir sind zurzeit 17 Leute“, erzählt sie, „es sind viele junge Menschen im Team, das ist einmalig.“ Abwechselnd betreuen sie die Bücherei, die zweimal in der Woche öffnet. Jetzt werden sie alle beim Umzug helfen.

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In den Regalen klaffen schon einige Lücken. Gisela Vogt, die sich selbst einen Bücherwurm nennt, sortiert aus. Schweren Herzens, sagt sie: „Ich kann keine Bücher wegschmeißen.“ Aber Bücher, die nicht mehr ausgeliehen werden oder nicht mehr den notwendigen Zustand haben, werden nicht mit umziehen. Sie werden für eine kleine Spende zum Verkauf angeboten. „Damit ich nicht sehen muss, wie sie in die Mülltonne wandern“, sagt sie und lacht.

Sonntags, so erzählt Gisela Vogt, kommen meist die Familien, dienstags abends dann die Erwachsenen. 2018 wurden mehr als 100 aktive Leser gezählt. Leser also, die mindest einmal sich etwas ausgeliehen haben. In Wirklichkeit sind es noch mehr, weil unter dem Namen mancher Mutter gleich mehrere Kinder ihre Bücher oder Spiele ausleihen.

Ab Januar gibt es Tonies

Kindersachbücher, Jugendbücher, Tiptoi-Artikel, Spiele, CDs, aber auch Bücher für Erwachsene und Zeitschriften sind im Sortiment, insgesamt rund 2000 Medien. Der Schwerpunkt liegt bei Kindern und Jugendlichem. „Ab Januar werden wir auch Tonies haben“, erzählt Gisela Vogt, also Hörfiguren, in denen Audiodateien stecken.

Öffnungszeiten

  • Die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) Asbeck (ab 5. Januar Heeker Straße 27) hat geöffnet sonntags von 9.45 bis 11.30 Uhr und dienstags von 19 bis 20 Uhr.
  • In Legden hat die KÖB am Kirchplatz geöffnet sonntags von 10 bis 11.45 Uhr und mittwochs von 16.30 bis 18 Uhr.

Auch die neuen Bücher, die Gisela Vogt angeschafft hat, werden erst in den neuen Räumen zur Ausleihe bereitgestellt. Bei den Bestellungen berücksichtigt die Asbeckerin, die inzwischen in Coesfeld wohnt, die Wünsche, die Leser an ihre Pinnwand heften. Sie orientiert sich außerdem an Bestsellerlisten. Sie selbst liest gerne Krimis und zunehmend auch moderne Fantasy-Romane, und sie hat in ihrer Wohnung ein eigenes Zimmer nur für ihre Bücher.

Am Sonntag, 1. Dezember, ist die Bücherei noch einmal von 9.45 Uhr bis 11.30 Uhr im ehemaligen Pfarrhaus neben der Kirche geöffnet. Zur Neueröffnung wird am Sonntag, 5. Januar, 14 bis 17 Uhr, zu Kaffee und Waffeln an die Heeker Straße 27 eingeladen. Gisela Vogt schaut sich um in den Räumen, die sie bald verlassen werden: „Wir hoffen, dass uns die Leser treu bleiben.“

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