Bäume in Rhede pflanzen

Legden Noch sind die Verhandlungen über die Ansiedlung eines neuen Betriebs auf der Erweiterungsfläche des Industriegebietes Heying Esch nicht in trockenen Tüchern. Unter dem Nutzungsvertrag zum ökologischen Ausgleich des Eingriffs in die Natur stehen aber bereits Unterschriften: die vom Legdener Bürgermeister und die von einem Biobauern in Rhede.

02.09.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Friedhelm Kleweken (l.) und Hofeigentümer Heinrich Rülfing unterzeichnen den Nutzungsvertrag.  privat</p>

<p>Friedhelm Kleweken (l.) und Hofeigentümer Heinrich Rülfing unterzeichnen den Nutzungsvertrag. privat</p>

Der Hof Rülfing in Rhede wird auf einer Fläche von 12 000 Quadratmetern naturnahen Wald schaffen - doppelt so viel wie im vergangenen Winter im Heying Esch der Motorsäge zum Opfer gefallen ist.

Diese Aufforstung außerhalb der Gemeindeflächen und damit ohne zusätzlichen Flächenverzehr ist nicht nur positiv für Legden - insbesondere für die Legdener Landwirte -, sondern auch für den Naturschutz - zumindest nach Ansicht des Wald-Zentrums der Uni Münster. Deren Forschungsvorhaben "Nachhaltigkeit Stiften" hat zum Ziel, Naturschutz als private Dienstleistung zu etablieren und den gesetzlich vorgeschriebenen ökologischen Ausgleich von Bauvorhaben zu verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts. Was sich etwas akademisch anhört, macht der Vertrag zwischen der Gemeinde und dem 50 Kilometer entfernten Bauern anschaulich: Hier der Eingriff in die Natur, dort der Ausgleich.

Heinrich Rülfing in Rhede hat nicht nur eine Stiftung mit dem Ziel des Natur- und Denkmalschutzes gegründet, er betreibt auch einen Bio-Bauernhof und bietet für Bauvorhaben im Naturraum Münsterland Ersatzmaßnahmen aus seinem Kompensationsflächenpool an.

80 Hektar-Pool

Dort haben Experten für eine Fläche von 80 Hektar umfangreiche Pläne - zusammengefasst in einem "Pool" - erstellt, wie sich das nahe gelegene Naturschutzgebiet Dingdener Heide auf dem Hof Rülfing ökologisch fortführen lässt. Baumreihen, Feldgehölze, Hecken und Obstwiesen gehören ebenso zum Gesamtkonzept wie naturnahe Wälder. Und einen Teil eben dieser naturnahen Wälder hat jetzt die Gemeinde Legden mit der Vertragsunterzeichnung für sich "reserviert".

Der Vorteil für den Naturschutz: Eine zusammenhängende, ökologisch anspruchsvolle Fläche entsteht statt des bisherigen Flickenteppichs von Einzelmaßnahmen in den jeweiligen Kommunen.

Kosten sinken

Der Vorteil für die Kommunen: Der Verwaltungsaufwand sinkt - in der Vergangenheit musste die Gemeinde für Kompensationsmaßnahmen Flächen kaufen, die Maßnahmen planen und überwachen - und damit auch die Kosten. sy-

<p>Im vergangenen Winter sind auf einer etwa 6000 Quadratmeter großen Fläche unmittelbar neben den Gewerbegebiet Heying Esch Bäume der Säge zum Opfer gefallen. Zurzeit verhandelt ein Interessent mit der Gemeinde über die gesamte Fläche.  Lüttich-Gür</p>

<p>Im vergangenen Winter sind auf einer etwa 6000 Quadratmeter großen Fläche unmittelbar neben den Gewerbegebiet Heying Esch Bäume der Säge zum Opfer gefallen. Zurzeit verhandelt ein Interessent mit der Gemeinde über die gesamte Fläche. Lüttich-Gür</p>

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