Begegnungen zwischen Schule und Klärwerk

Besuch aus Reszel

Alice ist mutig. Die Schülerin der Klasse 2b geht nach vorne und begrüßt die Gruppe, die kurz in der Klasse vorbeikommt - und das auf polnisch. Es ist eine von vielen Begegnungen, über die sich Marek Januszewski freut. Für ein langes Wochenende ist der Bürgermeister von Reszel mit einer kleinen Delegation in der Partnergemeinde zu Gast.

LEGDEN

, 02.05.2016, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein volles Programm erwartete die Reisegruppe am Montag. Bürgermeister Friedhelm Kleweken führte seinen Amtskollegen und sechs weitere polnische Gäste durch seine Gemeinde. "Bei einem früheren Besuch war zu wenig Zeit. Jetzt will ich unsere kommunale Infrastruktur zeigen", sagt Kleweken.

Die Brigidenschule ist am Morgen die erste Station für die Polen und einige Vertreter des Partnerschaftskomitees Legden/Asbeck-Reszel. Für Januszewski ist die Besichtigung hochinteressant, war er doch vor seiner Zeit als Bürgermeister Leiter einer Grundschule. Die geht in Polen bis zur sechsten Klasse, erläutert er Schulleiterin Silvia Florack und der Konrektorin Doris Bongert. Interessant für die beiden Lehrerinnen: In Polen wird im Herbst das Einschulungsalter von sechs auf sieben Jahren heraufgesetzt.

Sachkundig nachgefragt

Sachkundig fragt Januszewski nach, erkundigt sich nach offenem Ganztag, den Schulbüchern und der Arbeitszeit. 28 Wochenstunden für eine volle Lehrerstelle - ja, das würde er sich auch für Polen wünschen. Dort geben Lehrer in Vollzeit nur 18 Wochenstunden. Bei so viel Diskussionsstoff hinkt Klewekens Zeitplan schon nach der ersten Station hinterher.

Weiter geht es zum Klärwerk, wo der Klärwerksmeister Günter Kleideiter mit Sieben-Meilen-Stiefeln die Gruppe herumführt und alles über die Klärung der Abwasser erzählt. Das Gesundheitszentrum, die Feuerwehr und das Jugendhaus Pool waren bis zum Nachmittag weitere Stationen.

Es wird viel gelacht

Die Stimmung ist locker, Witze fliegen hin und her. Deutsche und Polen verstehen sich, auch wenn Mariola Zalwert gerade einmal nicht übersetzt. Viel wurde erzählt und gelacht in den vergangenen Tagen, beim Grillen bei einem befreundeten Landwirt, beim Schnadegang am Sonntag oder der abendlichen Runde im Hotel, zu der dann auch Asbecker dazustießen, die früher in Reszel waren oder polnische Gäste aufgenommen hatten.

"Sie sind überwältigt", berichtet Mariola Zalwert von Januszewski und seinen Mitreisenden. Die Asbeckerin mit polnischen Wurzeln ist wie gewohnt die Ansprechpartnerin: "Es wurden Erinnerungen ausgetauscht, viel von Freundschaft, ja von Liebe auf den ersten Blick gesprochen", sagt sie.

Am Montagmorgen ist die Gruppe wieder abgereist. Ein Wiedersehen ist fest eingeplant. Schon am 24. Mai bricht eine private Reisegruppe aus Asbeck nach Polen auf und hat neben Stopps in Marienburg und Danzig auch fest zwei Tage in Reszel eingeplant.

Lesen Sie jetzt