Bernhard Laukötter verzichtet auf Ratsmandat, will sich aber einbringen

rnGemeinderat Legden

Über die Reserveliste wurde der CDU-Bürgermeisterkandidat Bernhard Laukötter in den Rat gewählt. Bei der Stichwahl ums Bürgermeisteramt unterlag er. Dann gab er sein Mandat ab. Die Gründe.

Legden

, 30.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mancher Leser wird gestutzt haben bei der Lektüre des Artikels über die Zusammensetzung des Legdener Gemeinderates: Der unterlegene CDU-Bürgermeisterkandidat Bernhard Laukötter ist nicht im Rat vertreten, dafür hat Thomas Kockentiedt einen Sitz für die CDU übernommen. Wie kommt das zustande?

Entscheidung „gut überlegt“

Bernhard Laukötter erläutert im Telefonat mit der Redaktion, dass er sich die Entscheidung gut überlegt habe, sein Ratsmandat nicht anzunehmen. Er stand auf Platz eins der Reserveliste der CDU und war so – und nicht direkt über den Gewinn eine Wahlbezirks – in den Gemeinderat gewählt worden.

Jetzt lesen

Aus Enttäuschung, nicht zum Bürgermeister gewählt worden zu sein, sei dieser Entschluss aber nicht gefallen, wie er lachend betont. „Nein“, sagt er, und wird wieder ernst, „natürlich ist man erst enttäuscht. Das habe ich ja am Wahlabend auch gleich gesagt.“ Der Asbecker war am 27. September bei der Stichwahl gegen den parteilosen Dieter Berkemeier angetreten, der mit 55,1 Prozent auf den Chefsessel im Rathaus gewählt wurde.

Er selbst sei froh gewesen, „ein vernünftiges Ergebnis geholt zu haben“, und dankbar sei er für die Ergebnisse in den Asbecker Wahlbezirken (91,3 und 85,8 Prozent). Auch diese beflügelten ihn, sich weiter einzubringen. Dass er auf das Mandat verzichtet habe, heiße ja nicht, dass er nicht kommunalpolitisch arbeiten werde.

Laukötter will sich als sachkundiger Bürger einbringen

„Ich bin Teil der Fraktion“, sagt Bernhard Laukötter. Er werde sich künftig als sachkundiger Bürger für die CDU einbringen, im Ausschuss für Schule, Jugend, Sport und Kultur. „Da sehe ich meine Kompetenzen und auch am ehesten Chancen für mich, Dinge umzusetzen.“ Auch werde er weiterhin Ratssitzungen besuchen und die Fraktionssitzungen der CDU.

Jetzt lesen

Ausschlaggebend seien seine vielen Ehrenämter, die er beibehalten wolle. „Ich habe auch so schon jede Woche eine Sitzung“, erklärt Bernahrd Laukötter. Der 53-Jährige zählt auf: Er ist Vorsitzender des Asbecker Heimatvereins, Mitglied des Kirchenvorstands, schon 21 Jahre ist er Denkmalbeauftragter der Gemeinde Legden, er ist im Beirat des Seniorenwohnheims St. Josef vertreten sowie auch im Vorstand der lokalen Aktionsgruppe im Leader-Projekt Kulturlandschaft Ahaus, Heek, Legden.

Manches Ehrenamt würde sich mit Ratsmandat beißen

„Manches würde sich auch schon beißen, aber das war nicht ausschlaggebend“, ergänzt der Asbecker noch mit Blick auf seine Ehrenamtspositionen und ein etwaiges Ratsmandat. In seine Entscheidung, für die er sich „als besonnener Mensch“ Zeit gelassen habe, habe ihm auch niemand hereingeredet.

Thomas Kockentiedt habe er dann persönlich per WhatsApp seinen Verzicht mitgeteilt. Kockentiedt stand auf Platz zwei der Reserveliste der Legdener CDU und rückte somit nach. „Er hat gute Ratsarbeit gemacht und beide Ortsteile im Blick“, zeigt sich Bernhard Laukötter zufrieden mit der Besetzung „seines“ Sitzes im Gemeinderat.

Gemeinde Legden gab neue Bekanntmachung heraus

Seine Entscheidung hatte Bernhard Laukötter der CDU bei der konstituierenden Fraktionssitzung mitgeteilt, das sei im Vorfeld auch so abgesprochen gewesen. Auch die Gemeinde Legden wurde informiert, denn in der offiziellen Bekanntmachung mit der Nr. 47 war Bernhard Laukötter noch als gewähltes Ratsmitglied veröffentlicht worden.

So wurde offiziell in einer neuen, eigenen Bekanntmachung mit der Nr. 50 mitgeteilt, dass Bernhard Laukötter die Wahl in die Vertretung der Gemeinde Legden abgelehnt habe. „Es wird hiermit festgestellt, dass Thomas Kockentiedt (..) nachfolgt und in die Vertretung der Gemeinde gewählt ist“, heißt es darin.

Lesen Sie jetzt