Blaues Licht vertreibt Wild

Reflektoren angebracht

Liebe macht blind - in diesem Sinne gibt’s bei Mensch und Tier keinen Unterschied. Wenn demnächst also zu nächtlicher Stunde Rehwild die Fahrbahn kreuzt, dann alle Achtung: Ein zweites Tier kommt vermutlich unmittelbar hinterher gesprintet.

LEGDEN

25.07.2017, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blaue Warnreflektoren hat der Hegering Legden-Schöppingen – hier (v.l.) Heribert Weuler, Renate Schulze-Beikel und Clemens Freiherr von Oer – schwerpunktmäßig an Straßen angebracht, an denen sich die Wildunfälle gehäuft haben.

Blaue Warnreflektoren hat der Hegering Legden-Schöppingen – hier (v.l.) Heribert Weuler, Renate Schulze-Beikel und Clemens Freiherr von Oer – schwerpunktmäßig an Straßen angebracht, an denen sich die Wildunfälle gehäuft haben.

Momentan ist "Blattzeit" - "und Ricke wie Bock gebärden sich aus Liebe wie doll", sagt Renate Schulze-Beikel vom Hegering Ledgen-Schöppingen lachend. Um sowohl Mensch und Tier gerade - aber nicht nur - zu dieser Zeit ein Stück mehr Sicherheit auf den Straßen angedeihen zu lassen, haben die Hegerings-Mitglieder in den vergangenen Wochen mehr als 1500 blaue Wildwarnreflektoren an den Kreis- und Landstraßen angebracht. "Insgesamt haben wir 1800 Reflektoren angeschafft", erklärt Clemens Freiherr von Oer: "300 haben wir jetzt noch in Reserve."

Sowohl an der Kreisstraße 33 zwischen Legden und Stadtlohn als auch an der Landstraße zwischen Schöppingen und Osterwick sind die blauen Plastikteilchen an den Grenzpfosten zu sehen. "Untersuchungen haben gezeigt, dass Rehwild blaues Reflektorlicht besser als Gefahr erkennen kann als weißes Licht. Im besten Falle drehen die Tiere dann um", sagt Hegerings-Mitglied Heribert Weuler. "Eine Zeit lang wurden beispielsweise auch CD-Scheiben aufgehängt, um das Wild zu blenden. Das war aber nur ein Behelf."

Polizei immer informieren

Angebracht sind die Reflektoren in erster Linie an den Stellen, "an denen sich in der Vergangenheit die Wildunfälle gehäuft haben", so Clemens von Oer zum Engagement des Hegeringes. "Mitunter haben wir dort innerhalb weniger Monate bis zu 14 Wildunfälle gezählt." Kommt es trotz alledem zu einer Kollision zwischen Fahrzeug und Tier, "so sollte der Auto- oder LKW-Fahrer in jedem Fall die Polizei informieren", bittet von Oer. "Die Beamten wissen, wer Revierinhaber in dem betroffenen Abschnitt ist und setzen uns dann in Kenntnis."

Das geschehe zum einen im Sinne des Autofahrers, "denn der Schaden an den Fahrzeugen beläuft sich nicht selten auf 2000 bis 3000 Euro. So ein Reh prallt wie eine Kanonenkugel vor den Wagen", hat sich Heribert Weuler bestätigen lassen. Zum anderen muss aber auch dem Tier nachgesucht werden, das unter Umständen verletzt in der Umgebung umher irrt. "Wir sind befugt, verletztes Rehwild zu erlegen und zu entsorgen", betonen die Hegerings-Mitglieder. Damit die Jäger genau wissen, wo sie mit ihrer Suche starten müssen, "markieren die Polizisten die Unfallstelle auf der Fahrbahn mit einem gelben Strich", verrät von Oer: "Diese Zusammenarbeit klappt hier in unserem Kreis hervorragend."

Hilfe bei der Versicherung

Nicht zuletzt hilft die Meldung dem betroffenen Fahrer dann bei seiner Versicherung weiter: "Nur mit einer Bescheinigung des Revierinhabers oder der Polizei wird der Schaden erstattet." Also, wer in Zukunft im Dunkeln am Straßenrand blau sieht: Es hat nichts mit dem eigenen Zustand zu tun, sondern ist ein Signal zum besonders aufmerksamen Fahren.

 

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