Bürger sollen entscheiden

Heying Esch

Es geht um vier Hektar Wald: Soll er bleiben, was er ist, wie es die Bürgerinitiative Pro Wald Heying Esch fordert, oder sollen an Stelle der Bäume künftig Gewerbebetriebe gedeihen, wie es mehrheitlich der Gemeinderat beschlossen hat? Das letzte Wort soll jetzt das Wahlvolk haben. Einstimmig hat der Rat beschlossen, im Frühjahr den ersten Ratsbürgerentscheid der Gemeindegeschichte auf den Weg zu bringen.

LEGDEN

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 09.11.2011, 19:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wald oder Gewerbe? Wie der Wald an der Industriestraße genutzt werden soll, entscheiden jetzt die Wähler.

Wald oder Gewerbe? Wie der Wald an der Industriestraße genutzt werden soll, entscheiden jetzt die Wähler.

An dem Bürgerprotest beteiligten sich aber längst nicht nur die Vertreter des UWG-Lagers. Der BI „Pro Wald Heying Esch“ war es gelungen, 1820 Unterschriften für den Erhalt des Waldes zu sammeln. 1421 Unterzeichner stammten aus Legden – also fast ein Viertel der Wahlberechtigten. Eine Zahl, die auch die erklärten Befürworter der Erweiterungspläne für das Gewerbegebiet beeindruckte: „Das müssen wir ernst nehmen“, meinten CDU-Chef Berthold Langehaneberg und SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Goßling (SPD) übereinstimmend. Dennoch sehe er dem Urnengang gelassen entgegen, ergänzte Langehaneberg. Eine inhaltliche Auseinandersetzung über das Für und Wider der Gewerbeansiedlungen im Wald blieb aus. Alle Argumente schienen seit Mai bereits ausgetauscht. Ein Rückblick: Legden verfügt zurzeit über keinen einzigen Quadratzentimeter Gewerbefläche mehr, so lange der Industriepark A 31 noch nicht Gestalt angenommen hat. Die Bezirksregierung hatte deshalb im neuen Regionalplan die Erweiterung des Gewerbegebietes um 3,7 Hektar vorgeschlagen: Für die Ratsmehrheit war das noch zu wenig, für die UWG bereits zu viel – und für zahlreiche Bürger eine Zumutung. Sie sehen in dem Wald ein wertvolles Naherholungsgebiet.

Die Mitglieder der BI Pro Wald zeigten sich zufrieden über das Votum für den Bürgerentscheid. Clemens Freiherr von Oer, der die Sitzung ebenfalls verfolgte, schüttelte dagegen den Kopf. Bereits vor rund 25 Jahren hatte die Gemeinde die Industriestraße quer durch den Wald gebaut, der im Eigentum der Familie von Oer ist. Dass die Bäume einmal Industrie weichen sollten, schien seitdem eine abgemachte Sache zu sein.

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