Bürgerinitiative und Gemeinde haben viele Forderungen zur Verdichterstation

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Die Bürgerinitiative gegen die Verdichterstation übergab persönlich ihre Einwendungen an die Bezirksregierung Münster. Die Gemeinde Legden folgt und will etliche Forderungen durchsetzen.

Legden

, 20.01.2020, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach wie vor gibt es starke Kritik an der geplanten Verdichterstation, die Open Grid Europe für die Erdgasleitung Zeelink in Legdens Bauerschaft Haulingort bauen will. Verschiedene Einwände erreichen jetzt die Bezirksregierung Münster, die das Planfeststellungsverfahren durchführt. Auch in der kommenden Ratssitzung am Mittwoch, 22. Januar, um 18 Uhr im Haus Weßling wird die Erdgasverdichterstation Thema sein.

Die Bürgerinitiative (BI) „Verdichterstation – Nein danke!“, die sich 2018 formiert hatte, hat ihre Einwände zu Papier gebracht und am vergangenen Donnerstag in Form von Briefen – von Anwohnern und anderer Bürger – persönlich bei der Bezirksregierung in Münster abgegeben. Fristgerecht.

Mit den umfangreichen Einwendungen erhoffe man sich, Gehör bei der Bezirksregierung zu finden, so heißt es in einer Presseerklärung. Schließlich gehe es um so gewichtige Argumente wie „Verschandelung der Natur, übermäßigen Flächenverbrauch, alternative Standortsuche, Lärm, Grundwasser, Verkehrsbelastung und Energieverschwendung“. Außerdem gibt es grundsätzliche Einwände der BI gegen den Bau.

Gemeinderat tagt

Jetzt ist die Gemeinde am Zug. Für das Planfeststellungsverfahren ist auch ihre Stellungnahme gefragt. Sie hat bei der Bezirksregierung eine Verlängerung der Abgabefrist bis 31. Januar erreicht. Für die Stellungnahme will sich die Gemeinde am Mittwoch die Zustimmung der Kommunalpolitiker holen.

„Wenn wir die Anlage nicht verhindern können, wollen wir als Gemeinde davon wenigstens profitieren“, hatte Bürgermeister Friedhelm Kleweken erst am Sonntag beim Neujahrsempfang betont. Es geht um einen Ansiedlungsvertrag, so konkretisiert er am Montag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Solch ein Vertrag sei üblich bei solch großen Projekten. „Als Standortkommune müssen wir am wirtschaftlichen Ertrag beteiligt werden“, so Kleweken.

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Doch darum geht es nicht alleine. In der Stellungnahme der Gemeinde an die Bezirksregierung wird noch einmal der chronologische Verlauf dargestellt mitsamt der Kritik daran, dass Open Grid Europe viel zu spät darüber informiert habe, dass in Legden nicht nur die Erdgasfernleitung Zeelink gebaut werden soll, sondern eben auch die Verdichterstation. Sie wird immerhin sechs Hektar Land beanspruchen.

Zu spät informiert

„Die Gemeinde Legden hätte sich sicherlich bereits damals kritischer zu dem Vorhaben geäußert, zumal es sich bei der VDS um eine industrielle Anlage inmitten des Landschaftsraumes Haulingort handelt, die diesen negativ beeinflusst“, heißt es in der Stellungnahme.

„Als Standortkommune müssen wir am wirtschaftlichen Ertrag beteiligt werden.“
Bürgermeister Friedhelm Kleweken

Weitere Forderungen betreffen Luft, Lärm und Wasser. Um die Anlage soll nach den Vorstellungen der Gemeinde Legden ein zwei Meter hoher Wall gezogen werden. Abgelehnt wird darüber hinaus, dass die Kompensationsmaßnahmen auf einer großen Ackerfläche erfolgen, da somit noch mehr landwirtschaftliche Flächen verloren gehe. „Wir wollen, dass der Ausgleich gewässernah erfolgt“, erklärt Friedhelm Kleweken. Es solle zu 100 Prozent der Legdener Mühlenbach aufgewertet werden.

Auch der Brandschutz ist Thema der Stellungnahme. Eine der Forderungen hier ist, dass die Anlagenbetreiberin für die spezielle Ausbildung und die spezielle Technik und Geräte aufkommen soll.

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