Bürgerwindparks möglich

Im Haulingort

Zwei Bürgerwindparks könnten Im Haulingort, im südlichen Gemeindegebiet an der Grenze zu Rosendahl, entstehen. Einstimmig hat der Legdener Bauausschuss am Dienstagabend dem Rat eine entsprechende Weichenstellung empfohlen.

LEGDEN

, 03.12.2014, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgerwindparks möglich

In Asbeck drehen sich bereits etliche Windräder. Hier ist nach dem Ergebnis der Leaderuntersuchung aber kein Platz mehr für zusätzliche Anlagen. Ein »Repowering« aber ist denkbar. Damit ist der Austausch älterer Anlagen durch neue und leistungsfähigere gemeint. Neue Bürgerwindparks sind an der Gemeindegrenze zu Rosendahl möglich.

Vorausgegangen sind jahrelange Untersuchungen im Rahmen eines Leaderprojekts, das mögliche Standorte für Bürgerwindparks in Ahaus, Heek und Legden in den Blick genommen hat.

Die drei Kommunen wollen gemeinsam eine Gesellschaft gründen, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die insgesamt sieben mögliche Bürgerwindparks zu schaffen und Nutzungsverträge mit den Grundstückseigentümern zu schließen. Dann werden Gesellschaften mit den Grundstückseigentümern, direkten Anwohnern, Bürgern, Kommunen und Stadtwerken gegründet, die die Windkraftanlagen bauen und betreiben.

Umfangreiche Analysen

Am Dienstagabend erläuterte die Landschaftsarchitektin Hildegard Weil-Suntrup vom WWK-Büro für Umweltplanung in Legden, wie die Flächen für die Bürgerwindparks in einem mehrstufigen Verfahren ermittelt wurden: 500-Meter-Abstände zu Siedlungen, detaillierten Beobachtungen und Gutachten zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen, Landschaftsschutz, Windhöffigkeit und viele andere Kriterien filterten die sieben potenziellen Zonen heraus, davon zwei in Legden.

Einer der beiden Legdener Grundstückseigentümer schloss aber auf seiner Fläche die Errichtung eines Bürgerwindparks aus. Daher will die Gemeinde diese Fläche auch nicht weiter in den Blick nehmen. Dass in Legden dennoch zwei Bürgerwindparks möglich sind, ist dem neuen Regionalplan der Bezirksregierung zu verdanken, der einen weiteren Eignungsbereich in der Nähe vorsieht.

Gemeinsam günstiger

Warum gehen die drei Kommunen gemeinsam den Weg - und nicht jede für sich? Dafür gibt es zwei gute Gründe: Die umfangreiche, jetzt abgeschlossene Potenzialanalyse konnte nur im Rahmen des gemeinschaftlichen Leader-Projekts mit EU-Mitteln gefördert werden. Und die planungsrechtliche Entwicklung der Bürgerwindparks ist im Verbund günstiger.

Die Diplom-Geografin Elisabeth Bäumer von der BBWind-Projektberatungsgesellschaft erläuterte dem Ausschuss am Dienstagabend rechtliche und wirtschaftliches Aspekte. Als Tochter des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsschaftsverbands setzt sich die BBWind für die Umsetzung Bäuerlicher Bürgerwindparks ein, die auf Akzeptanz durch breite Beteiligung setzen.

Bäumer: "Nicht nur die Grundstückseigentümer, sondern auch die unmittelbaren Anwohner erhalten eine Vergütung." Und die Bürger der Region können sich an den Bürgerwindparks beteiligen und ebenfalls profitieren. "Die Wertschöpfung bleibt in der Region. Das ist ein Modell, mit dem alle gut leben können."

Eile geboten

Doch die Zeit dränge, so Bäumer weiter. Nach dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) könnte die Einspeisevergütung und damit die Erlöse sinken, wenn die Windkraftanlagen erst nach 2018 ans Netz gehen. Um die günstigen Konditionen zu sichern, müssten die Anlagen bis Ende 2016 genehmigt und 2018 in Betrieb genommen werden.

Lesen Sie jetzt