Busunternehmer kontert Schüler-Vorwürfe: „Wir tun nichts Verbotenes!“

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Legdener Schüler haben sich beklagt, dass die Buslinie 781 auf dem Schulweg überfüllt und Corona-Schutz unmöglich sei. Diese Vorwürfe weist das Unternehmen zurück. Mit einer Ausnahme.

Legden

, 27.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorwürfe wiegen schwer. Alle Sitzplätze im Bus voll, Schulter an Schulter im Gang – so beschreiben Legdener Schüler ihren Schulweg nach Ahaus mit der Buslinie 781 vom Unternehmen Veelker aus Ochtrup. Schutz vor Corona sei so nicht möglich. Aussagen, die Verkehrsleiter und Prokurist André Stagnet fassungslos machen. Denn der Wahrheit entsprächen diese nicht. Mit einer Ausnahme.

„Die Vorwürfe machen mich traurig und wütend“, so André Stagnet im Gespräch mit der Redaktion am Dienstag (26. Mai). Für ihn sind die Vorwürfe aus der Luft gegriffen. „Wir fahren morgens mit zwei Bussen von Legden nach Ahaus – einem Solobus um 6.52 Uhr und einem Gelenkbus um 7.10 Uhr.“ Ein Blick in den aktuellen Fahrplan bestätigt diese Aussage.

Busse bieten deutlich mehr Platz als Schüler zugelassen sind

Von nur einem Bus, wie es die Legdener Schüler beklagen, könne nicht die Rede sein. Zwar gelte aktuell wegen der Corona-Krise der Ferienfahrplan, doch an Schultagen würden zusätzlich schulorientierten Fahrten angeboten. „Darum sind es aktuell zwei Fahrten“, so der Verkehrsleiter. Vor der Corona-Krise seien es sogar drei gewesen. „Wir tun hier nichts Verbotenes“, stellt André Stagnet klar.

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So seien bei der ersten Fahrt des Tages (Ferienplan) von Legden nach Ahaus maximal 15 Kinder im Bus zugelassen. Dabei bietet ein Solobus Platz für etwa 80 Personen. Bei der zweiten Fahrt (schulorientierte Fahrt) um 7.10 Uhr seien maximal 30 Kinder zugelassen. Platz bietet der Gelenkbus für rund 120 Personen. Doch beide Busse dürfen auch von normalen Fahrgästen genutzt werden, die noch dazu kommen.

Das Busunternehmen und die Stadt Ahaus kooperieren

Davon ab bekäme das Unternehmen die Schülerzahlen von der Stadt Ahaus gemeldet, also wie viele Schüler aus welchem Ort auf eine der Schulen in Ahaus gehen. „Auf diese Zahlen legen wir auch die Fahrten exakt aus. Damit es zu keiner Überfüllung kommt“, sagt André Stagnet. Dementsprechend könne von einer solchen auch nicht gesprochen werden.

Das Meldeverfahren seitens der Stadt Ahaus bestätigt Stefan Hilbring von der städtischen Pressestelle auf Nachfrage. Aber er sagt auch: „Berufskollegs und Privatpersonen sind in dieser Meldung nicht enthalten.“ Diese kommen gegebenenfalls oben drauf. Eine Sache, die das Busunternehmen einkalkulieren müsse.

Einmal war der Bus tatsächlich überfüllt

Und wie erklärt sich André Stagnet die Vorwürfe der Schüler? „Vielleicht hat es mit dem vergangenen Mittwoch (20. Mai – d. Red.) zu tun.“ Dort seien es auf der Rückfahrt von Ahaus nach Legden am Mittag tatsächlich 40 bis 50 Schüler auf einmal im Bus gewesen. „Vielleicht hatten alle Schüler zeitgleich Schulschluss und wir wurden darüber nicht informiert“, mutmaßt der Verkehrsleiter.

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Wie dem auch sei – dieser Vorfall sei die absolute Ausnahme. Das betont André Stagnet mit Nachdruck. Und er verweist auf die für sein Unternehmen gültigen Richtlinien des Verbandes Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen.

Um kurz vor 7 Uhr und um kurz nach 7 Uhr fahren zu Schulzeiten und trotz Corona-Krise laut Fahrplan täglich zwei Busse von Legden nach Ahaus.

Um kurz vor 7 Uhr und um kurz nach 7 Uhr fahren zu Schulzeiten und trotz Corona-Krise laut Fahrplan täglich zwei Busse von Legden nach Ahaus. © Markus Gehring


Dort heißt es nämlich: „Grundsatz: Kein Abstandsgebot im Personenverkehr, aber Maskenpflicht.“ Etwas, das der Veelker-Verkehrsleiter infrage stellt. „Das wollen wir nicht. Das gibt es bei uns nicht. Das macht in diesen Zeiten keinen Sinn.“ Der Schutz der Fahrgäste stehe immer im Mittelpunkt. Inklusive nicht überfüllter Busse.

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