Coronakrise verhindert Jubiläumsfeier der Gemeinschaft Behinderter

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Das 40-jährige Bestehen wollte die Gemeinschaft Behinderter und ihrer Freunde Legden im Juni groß feiern. 15 Vereine wollten helfen und mitfeiern. Wegen der Coronakrise wurde das Fest abgesagt.

Legden

, 02.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schweren Herzens, so sagt es Sonja Roßmöller, hat die Gemeinschaft Behinderter und ihrer Freunde Legden-Asbeck die Feier zum 40-jährigen Bestehen abgesagt. „Der 14. Juni sollte für unsere Mitglieder und die ganze Gemeinde ein schöner Tag werden“, so die Legdenerin, die Mitglied des Orga-Teams ist.

Und es wäre ein tolles Fest für das ganze Dorf geworden. Nach einem Gottesdienst hätte die Feier im Dahliengarten stattgefunden. „Rund 15 Vereine und Einzelpersonen hatten ihre Unterstützung zugesagt“, so Sonja Roßmöller. Ob Schützenvereine, Landfrauen, Männergemeinschaft, Blumenkorsoverein oder KFD - viele wollten mithelfen und Grillstände, Cafeteria, Getränkewagen besetzen oder Tombola, Kinderschminken, Eis und Wasserspiele bieten.

Schutz vor Coronavirus steht im Vordergrund

Gerade weil es so viele Beteiligte gibt, so erläutert Sonja Roßmöller, habe man sich frühzeitig für eine Absage entschieden. „Da uns die Coronakrise noch einige Zeit begleiten wird, stellen wir den Schutz der Gesundheit unserer Gäste und Mitglieder in den Vordergrund.“ Denn einige der Mitglieder zählen zu den Risikogruppen, genauso wie Mitglieder befreundeter Gemeinschaften Behinderter und ihrer Freunde aus den Nachbarkommunen, die ebenfalls eingeladen waren.

Ob und wie die Feierlichkeit nachgeholt wird, ist zum heutigen Zeitpunkt noch unklar. Sollte es im Juni möglich sein, wäre es denkbar, dass sich nur die Mitglieder zu Kaffee und Kuchen treffen würden. Zurzeit gehören rund 40 Familien mit behinderten Kindern oder Angehörigen sowie einige Fördermitglieder zu der Gemeinschaft.

Für den Verein ist die Absage aus mehreren Gründen traurig. Die Mitglieder wollten bei der Feier auch für ihre Gemeinschaft werben, neue passive Mitglieder gewinnen und hofften natürlich auch auf einen Erlös aus den verschiedenen Angeboten. „Wir finanzieren uns hauptsächlich über Spenden“, so Sonja Roßmöller.

Reiten mit den Therapiepferden Fee und Diva hilft

Teuerster Posten und die größte finanzielle Herausforderung sind die beiden Therapiepferde Fee und Diva. Unterkunft, Futter, Tierarzt, Versicherung, Hufschmied und Ausstattung für Pferd und Reiter müssen finanziert werden. 14 Mitglieder zwischen 3 und 70 Jahren nutzen regelmäßig das therapeutische Reiten.

Die schwarze Stute Fee ist der Liebling der Kinder in der Reit- und der Voltigiergruppe.

Die schwarze Stute Fee ist der Liebling der Kinder in der Reit- und der Voltigiergruppe. © GBF

„Durch die Arbeit mit und am Pferd werden alle Sinne ganzheitlich angesprochen. Es fördert die körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung“, erläutert Sonja Roßmöller. Sie berichtet von den begeisterten Rückmeldungen: „Verkrampfungen lösen sich auf dem Rücken des Pferdes, Ängste verschwinden nicht nur im Moment, sondern auch im Alltag. Und nicht zuletzt sind die strahlenden Augen unbezahlbar.“

Fee kam 2009 mit sieben Jahren zu der Gemeinschaft und wurde größtenteils vom GBF-Team ausgebildet. „Mittlerweile ist sie 18 Jahre alt und macht einen hervorragenden Job“, so die Legdnerin. Weil Fees Gesundheitszustand sich verschlechterte, wurde vor einem Jahr ein neues Pferd angeschafft. Die sechsjährige Stute Diva wird ebenfalls vom Pferdeteam ausgebildet und unterstützt Fee bereits sehr gut.

Alle Angebote sind wegen der Coronakrise abgesagt

Reiten ist seit der Coronakrise nicht mehr möglich. Auch alle anderen Angebote wie Kegelnachmittage, Fahrradtouren, Tagesausflüge und Mal-, Koch- oder Spielnachmittage wurden abgesagt. Seit 2000 gibt es auch die Integrative Allgemeine Sportgruppe (IASG) im SUS Legden. „Damit sind wir dem Wunsch nach sportlicher Betätigung der Behinderten nachgekommen“, so Sonja Roßmöller.

Auch integrativer Sport gehört zum Angebot der GBF.

Auch integrativer Sport gehört zum Angebot der GBF. © GBF

Der Verein Behinderter und ihrer Freunde wurde 1980 gegründet. Heti Schröer, Mutter eines Sohnes mit Behinderung, hatte damals bereits Kontakt zum Eltern- und Freundeskreis der Menschen mit Behinderung in Ahaus. Gemeinsam mit Antonia Birkelbach gründete sie die Gemeinschaft für Legden.

Ziel war es, sich gegenseitig in Gemeinschaft auszutauschen, zu unterstützen und gemeinsame Freizeitveranstaltungen zu organisieren. Und es ging immer um die Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft. Sonja Roßmöller: „In der Bevölkerung spüren wir sehr viel Entgegenkommen, Verständnis und Wohlwollen. Das Miteinander wächst ständig und wird immer intensiver.“ Die Feier zum 40-Jährigen wäre sichtbarer Ausdruck dessen gewesen.

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