Der richtige Name für die Sekundarschule Legden Rosendahl ist gefunden

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Ein Imageproblem ist es vor allem, mit dem die Sekundarschule Legden Rosendahl zu kämpfen hat. Prognosen zeigen aber, dass es bergauf gehen wird. Dazu könnte auch ein neuer Name beitragen.

Legden

, 02.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bestand der Sekundarschule Legden Rosendahl ist gesichert. Das war eine Kernaussage von Schulentwicklungsplaner Tilman Bieber (Gebit Münster) in der Sitzung des Legdener Schulausschusses. Dabei sagte er: „Ich möchte eine Lanze brechen für diese Schule, die hervorragende Arbeit leistet.“

Ein wenig ratlos zeigte sich der Schulausschuss, woran es liegt, dass die Sekundarschule nicht so angenommen wird, wie sie es verdient hätte. „Tolles Kollegium, tolle Ausstattung“, so fasste es Ausschussvorsitzende Martina Schrage (CDU) in der Sitzung im Dormitorium kurz zusammen. Hier wurde der regionale Schulentwicklungsplan für Ahaus, Heek und Legden vorgestellt. Anschließend berichtete die kommissarische Schulleiterin Kristin Ebbing über aktuelle Neuigkeiten und brachte auch einen Namen für die Schule mit. Doch zuerst zum Schulentwicklungsplan.

Anmeldezahlen gingen zurück

Seit 2013 sind die Anmeldezahlen an der Sekundarschule zurückgegangen. Damals waren es 84, 2015 dann sogar 91. Doch in den vergangenen beiden Jahren waren es jeweils nur 49 Schüler. Damit wird die gesetzlich vorgeschriebene Dreizügigkeit nicht erreicht.

Alarmierend ist ein Vergleich mit Heek. Dort melden sich 60 Prozent der Grundschüler aus Heek und Nienborg an der Kreuzschule an. In Legden und Rosendahl sind es im Schnitt nur 30 Prozent der Grundschüler, in Legden sogar nur 25 Prozent.

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Ein Nachteil, da waren sich alle einig, ist der geteilte Standort. In Legden, so Tilman Bieber, könnte allerdings doch gut damit geworben werden, dass die Kinder in den ersten drei Jahren nicht den Bus nehmen müssen und es eine sehr gute Raumausstattung gibt.

Mit der Schule identifizieren

„Es ist ganz wichtig, dass sich die Legdener mit ihrer Sekundarschule identifizieren“. Auch das sagte Tilman Bieber. „Viele Legdener gehen zur Gesamtschule. Das muss nicht sein. Die Sekundarschule ist schließlich eine Gesamtschule ohne Oberstufe.“

„Genauso müsste sie auch heißen, das muss in die Köpfe der Menschen“, so der vehemente Zwischenruf der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sigrid Goßling. Der Name sei das Problem. Das sahen auch die anderen Fraktionen so. Teil des Beschlusses, den abschließend der Rat am Montag, 4. November, treffen wird, ist es denn auch, dass die Gleichwertigkeit von Sekundar- und Gesamtschule vom Land anerkannt wird.

Das hätte dann die Konsequenz, dass die Irena-Sendler-Gesamtschule in Ahaus bei zu vielen Anmeldungen Schüler aus Legden ablehnen könnte mit dem Hinweis, dass es ja die gleichwertige Sekundarschule vor Ort gibt. Kleweken sagte dazu: „Jetzt gilt der Schulkonsens 2011 bis 2023. Solange müssen wir durchhalten.“

Zweizügigkeit wird gesetzlich geregelt

Anders sieht es mit einer anderen Regelung aus. Bislang war die Zweizügigkeit an Sekundarschulen nur per Ausnahmeregelung gestattet. Eine dauerhafte Regelung ist, so Tilman Bieber, im Gesetzgebungsverfahren. Das bedeutet, dass die Zweizügigkeit der Sekundarschule demnächst gesetzlich geregelt ist.

Bis 2024/25, so die Prognosen, werden am Standort Legden durchgängig sechs Klassen erwartet. Die Schülerzahl wird dann bei 335 liegen, die in 13 Klassen unterrichtet werden.

Der richtige Name für die Sekundarschule Legden Rosendahl ist gefunden

Sie bilden das Leitungsteam an der Sekundarschule Legden Rosendahl: (v.l.) Klaus Weidemann (Abteilungsleitung in Osterwick), Anja Deitmer (Abteilungsleitung in Legden), Anna Hetrodt (Stunden- und Vertretungsplanung) und Kristin Ebbing (Didaktische Leitung). © privat

Tilman Bieber sagte: „Das erste Ziel wäre eine Übergangsquote von 40 bis 50. Dann kann man perspektivisch auch über eine Rückkehr in Richtung Dreizügigkeit nachdenken. Kristin Ebbing, kommissarische Leiterin der Sekundarschule, deutete in ihrem Bericht an, dass man die Dreizügigkeit weiter im Blick hat. „Wir glauben, wir sind auf dem aufsteigenden Ast.“

Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Viel zur Identifizierung mit der Schule könnte ein Name sorgen. Lange wurde nach dem richtigen Namen gesucht, der sowohl in Legden wie in Rosendahl akzeptiert werden könnte. Jetzt scheint er gefunden. Schülervertretung, die Eltern der Schulpflegschaft und die Schulkonferenz haben sich bereits mehrheitlich für den Namen „Paulus-van-Husen-Schule“ entschieden, so berichtete Kristin Ebbing. Das letzte Wort hat allerdings noch der Schulträger.

Paulus van Husen (1891-1971) lebte in Münster und war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Mitglied der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis. Der Jurist wurde 1949 erster Präsident des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster und dann Präsident des 1952 errichteten Verfassungsgerichtshofs für das Land NRW.

Viele Szenarien – eine Lösung

  • Die Schullandschaft in Ahaus, Heek und Legden soll sich nicht verändern. Das ist ein Ergebnis im Schulentwicklungsplan.
  • Die Arbeitsgruppe hatte viele Szenarien durchgespielt, Dazu gehörten die Bildung einer Sekundarschule Heek-Legden-Rosendahl, die Bildung eines Teilstandortes Legden-Rosendahl der Irena-Sendler-Gesamtschule oder die Bildung einer zweiten, ganztägigen Realschule in Ahaus.
  • Die drei Kommunen haben sich für den Erhalt des Status Quo und damit auch die Fortführung der Sekundarschule Legden-Rosendahl entschieden.
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