„Vereinsmensch“ Dieter Berkemeier will unabhängiger Bürgermeister werden

rnKommunalwahl 2020

Seit 30 Jahren und gut einem Monat arbeitet Dieter Berkemeier schon im Legdener Rathaus. Jetzt möchte er auf den Chefsessel: Er tritt als unabhängiger, parteiloser Bürgermeisterkandidat an.

Legden

, 15.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil Dieter Berkemeier als unabhängiger und parteiloser Kandidat für das Bürgermeisteramt antritt, hätte er 60 Unterstützungsunterschriften aus der Bevölkerung gebraucht. Bekommen hat er 426. Empfindet er das als Rückenwind? „Auf jeden Fall“, sagt Berkemeier. Ihn freue vor allem, dass die Unterschriften aus Legden und Asbeck und von Menschen unterschiedlichen Alters kamen. „Auch von vielen, die ich nicht kenne“, betont er.

„Vereinsmensch“ will unabhängiger Bürgermeister werden

Denn als Legdener, der seit mehr als 30 Jahren im Rathaus arbeitet und in verschiedenen Vereinen aktiv war und ist, kennt er viele Menschen und ihn kennen viele. „Ich bin ein Vereinsmensch“, betont Berkemeier. Mit einer Ausnahme: Er will unabhängiger Bürgermeister werden. Die Unterstützung der Legdener SPD nehme er gerne an. „Aber ich habe keine Motivation, in eine Partei zu gehen.“

Als parteiloser Bürgermeister könne er besser vermitteln und die Parteien dazu bringen, in den Dialog zu kommen und sich zu einigen. „Ich hätte die beste Lösung im Fokus“, sagt Dieter Berkemeier. Und Transparenz hält er für wichtig: „Offene, gleiche Info für alle Parteien“, gibt er als Ziel aus. Auch die Bürger möchte er „mit ins Boot holen“. Vielleicht könne man öfter in Versammlungen informieren.

Es gelte weiterhin, das Ehrenamt zu fördern. Er ist engagiert als Geschäftsführer beim SuS Legden sowie beim Trägerverein des Jugendhauses Pool, auch hatte er dieses Amt zehn Jahre beim Blumenkorsoverein. Er ist überzeugt: „Ohne Vereinsleben existiert gerade so ein Dorf nicht.“

Das gelte genauso für Schulen. Die Paulus-von-Husen-Schule als weiterführende Schule vor Ort sowie die Grundschulen in Asbeck und Legden müssten gesichert werden. Das sind zwei Schwerpunkte, aber auch Familienfreundlichkeit, bezahlbarer Wohnraum, Gewerbe, Steuern und Abgaben, Sicherheit und Ordnung sowie moderne Verwaltung sind ihm wichtig.

„Für eine moderne Verwaltung brauchen wir auch ein modernes Rathaus“

Und zum letzten Punkt hat der Verwaltungsfachwirt eine klare Meinung: „Für eine moderne Verwaltung brauchen wir auch ein modernes Rathaus.“ Sanieren, umbauen, erweitern – oder neu bauen? Ein Architekt müsse sich Gedanken machen, was möglich und was wirtschaftlich vertretbar ist. „Das Thema muss man anpacken und anstoßen“ sieht er eine wichtige Aufgabe für den künftigen Bürgermeister.

Denn auch wenn der Bürgerservice nur 50 Meter vom Rathaus entfernt ist: „Es wäre besser, wenn alles zusammen ist.“ Und Berkemeier denkt da auch weiter, an die Polizei oder die Beratungsbüros für Sprechstunden von Caritas oder Jugendamt. Die Digitalisierung der Verwaltung ist ein weiteres Stichwort: „Corona hat es gezeigt“, betont Dieter Berkemeier.

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Das Digitale hat er auch für seinen Wahlkampf entdeckt, nachdem die Corona-Pandemie die persönlichen Begegnungen unmöglich machten. Nun ist er auf Facebook und Instagram vertreten – „und hatte dort viel Resonanz“. Das Verwaltungswesen hat Dieter Berkemeier von der Pike auf gelernt. Nach einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten arbeitete er zunächst beim Kreis Borken, seit dem 1. Juni 1990 dann bei der Gemeinde Legden.

„Die Bürger entscheiden, das muss man sportlich sehen.“

Er bildete sich zum Verwaltungsfachwirt fort, leitet den Fachbereich eins mit den Abteilungen Bürgerservice, Soziales, Jobcenter, Asylangelegenheiten, Grundsicherung, Sozialhilfe, Schule, Sport, Jugend und Kultur. Was, wenn er nicht Bürgermeister wird, sondern einer der Mitbewerber sein Chef wird? Dieter Berkemeier lacht und sagt: „Wenn ein anderer gewinnt, habe ich da kein Problem mit. Ich würde bleiben, ich will mich ja für die Gemeinde einsetzen. Die Bürger entscheiden, das muss man sportlich sehen.“

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