Ehemalige Domschänke soll abgerissen werden

Bauausschuss stimmt zu

Seit Jahren steht die ehemalige Domschänke an der Kirchstraße größtenteils leer. Jetzt hat der Bauausschuss einem Abrissantrag einstimmig zugestimmt. Voraussetzung ist, dass das Gebäude aus der Denkmalliste gestrichen wird. Bisher scheiterte jede neue Nutzung am Denkmalschutz.

LEGDEN

von Ronny von Wangenheim

, 06.04.2017, 19:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ehemalige Domschänke soll abgerissen werden

Der rechte Gebäudeteil soll abgerissen werden, der linke könnte saniert werden.

In der Denkmalliste eingetragen ist der rechte Hausteil, der näher zur Kreuzung mit der Hauptstraße liegt. „Er soll abgerissen werden“, so informierte Bürgermeister Friedhelm Kleweken am Dienstagabend. „Es sollen zusätzliche Parkplätze entstehen. Der Hauptteil soll für Wohnungen und Büroräume saniert werden.“

Dieser linke Gebäudeteil war noch länger bewohnt, unter anderem waren dort einige Zeit Arbeiterunterkünfte. Kleweken: „Es gab mehrere Eigentümerwechsel. Viel wurde zugesagt, wenig eingehalten.“ Mit Blick auf die neuen Eigentümer aus Legden ist er zuversichtlich, eine gute Lösung zu bekommen, die mit einer Platzeinfassung an den alten Zustand erinnert.

Sanierung lohnt sich nicht

Auch Heinz Kroschner, Beauftragter der Gemeinde für Denkmalpflege, kann den Plänen nichts entgegensetzen. Das alte Fachwerkgebäude ist so baufällig, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. „Es war schon 1983 bis 85, als es in die Denkmalliste eingetragen wurde, in keinen guten baulichen Zustand“, informierte er die Politiker.

Die alten Fachwerkbalken sind vermodert, Regenwasser dringt in das Haus ein, auch das Fundament ist marode. Fraglich ist also, was von der alten Bausubstanz bliebe, selbst wenn man es restaurieren wollte. Schon 2011, so zeigt es der Blick ins Zeitungsarchiv, wurde mit 495 000 Euro für eine Sanierung gerechnet.

Ensemblecharakter

Wichtiger als das eigentliche Gebäude ist aus Sicht des Denkmalpflegers der Ensemblecharakter und damit die städtebauliche Bedeutung. Das Doppelhaus gehört zu der Kirchenburg, die einst komplett die Kirche St. Brigida wehrhaft umgab. Kroschner: „Als einziges unter Denkmalschutz stehendes Gebäude beschränkt es den Kirchplatz nach Osten.“

Diesen Gedanken nahm auch Thomas Kockentiedt für die CDU auf. Der Kirchburg-Charakter solle erhalten bleiben, wenn nicht mit einem neuen Gebäude, dann vielleicht mit einer Mauer. Zustimmung gab es auch von UWG und SPD. Es sei gut, dass sich der jetzige Zustand verbessere. Auch von einem Schandfleck war die Rede. Noch ist es nicht soweit.

Der Kreis entscheidet als Nächstes über den Abbruchantrag und wird dazu die Obere Denkmalbehörde in Münster einbeziehen. Diese hatte, so Kleweken, eine Zustimmung bei einer entsprechenden Wirtschaftlichkeitsberechnung signalisiert. Letzter Schritt wäre dann die formale Herausnahme aus der Denkmalliste.

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