Ein Kompass für die Pflege der Wege

Konzept vorgestellt

Für die Unterhaltung ihres 140 Kilometer langen Wirtschaftswegenetzes hat die Gemeinde Legden jetzt ein klares Konzept. Es soll aber mehr ein Kompass sein als ein enges Korsett. Am Montag hat Christoph Hessel von der Landwirtschaftskammer das Wegenetzkonzept im Rat vorgestellt - und Vorschläge gemacht.

LEGDEN

08.11.2016, 18:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Kompass für die Pflege der Wege

Nicht alle Wirtschaftswege müssen asphaltiert sein. Weniger genutzte Wege, so sieht es auch das Konzept vor, können durchaus unbefestigt sein.

In nur zehn Monaten hat Hessel sämtliche Wege Abschnitt für Abschnitt untersucht: Wie werden die Wege genutzt? Stellen sie eine wichtige Verbindung dar? Und wenn ja, für wen? Für Landwirte? Für PKW-Verkehr? Für Radwanderer, Wanderer oder Reiter? Und stimmt der Ausbaustandard mit den Nutzungsanforderungen überein?

Sieben Kategorien 

Anschließend teilte Christoph Hessel die Wegeabschnitte in sieben Kategorien ein von "multifunktionalen Wegen" mit großer Bedeutung bis hin zu entbehrlichen Wegen, die kaum oder gar nicht mehr genutzt werden. In die letzte Kategorie ordnete Hessel immerhin fast viereinhalb Kilometer Wegstrecke ein. Sie könnten zum Beispiel in Blühstreifen umgewandelt werden - zum Schutz von Niederwilds und Insekten.

"Das Konzept ist für die Entscheidungsträger unverbindlich", betonte Hessel. Es solle lediglich helfen, die richtige Richtung einzuschlagen. "Sie können sich glücklich schätzen, so ein Konzept zu haben", erklärte Heinz Böwing vom Dezernat 33 der Bezirksregierung, das frühere "Amt für Agrarordnung Coesfeld". Böwing sprach von einer "Herkulesarbeit".

Gute Zusammenarbeit

Die Erstellung des Konzepts wurde mit Mitteln der Landes und der EU gefördert. Die Erstellung in so kurzer Zeit sei nur möglich gewesen, weil Christoph Hessel als Legdener Heimvorteil gehabt habe, erklärte Bürgermeister Friedhelm Kleweken. In den Prozess seien auch Landwirte, Jäger, Naturschützer, Touristik-Vertreter sowie Gemeindevertreter und Politiker von Anfang an einbezogen worden. Heinz Böwing hofft, dass das Konzept "nicht nur Papier bleibt", sondern auch als Leitfaden diene. Er bot dabei die Hilfe seiner Behörde an, wenn dafür eine Flurneuordnung nötig sei sollten.

Berthold Langehaneberg (CDU) sah in möglichen Flächenverlegungen Vorteile für die Landwirte und die Gemeinde. Sigrid Goßling (SPD) lobt die Mitarbeit der Landwirte: "Sie haben viel Zeit investiert." Auch Gerd Heuser (UWG) attestierte allen Beteiligten "gute Arbeit."

Das Konzept inklusive detaillierter Karten wird in Kürze auf der Internetseit der Gemeinde veröffentlicht. www.legden.de

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