Einzelhändler kritisiert durchgehende Beschilderung

Winterpause auf der B 474

Seit den Tagen vor Weihnachten ist freie Fahrt in Legden. Auf der Baustelle auf der B 474 wird nicht gearbeitet. Doch wer aus Ahaus, Gescher oder Coesfeld nach Legden wollte, stieß immer noch auf Umleitungsschilder. Am Montag sollten sie nun zur Seite gedreht werden.

LEGDEN

von Ronny von Wangenheim

, 16.01.2017, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einzelhändler kritisiert durchgehende Beschilderung

Aus welcher Himmelsrichtung man auch auf Legden zufährt – über all stehen wie hier am Kreisverkehr an der Ortseinfahrt Ahaus Schilder, die darauf hinweisen, dass die Durchfahrt durch Legden gesperrt ist. Das Schild, auf dem steht, dass alle Geschäfte im Dorfkern erreichbar sind, hängt für Autofahrer nicht gut erkennbar an der rechten Absperrung. Gestern sollten die Schilder vorübergehend entfernt oder zur Seite gedreht werden.

„Zu spät“, sagt Josef Völker. Der Einzelhändler, der an der Hauptstraße das Modehaus Völker betreibt, kritisiert die Entscheidung von Straßen NRW, die Schilder in der Winterpause nicht abzubauen. „Dass behauptet wurde, dass es sich schon rumspricht, dass die Straße wieder frei ist, stimmt nicht.“ Kunden, die beispielsweise aus Gescher zu ihm kommen, berichten von langen Umwegen. Völker: „An anderen Orten werden doch auch einfach Tüten über Schilder gestülpt.“

„Wir leben auch von den Kunden, die von auswärts kommen“, sagt er, „es ist eh nicht so einfach für die Einzelhändler.“ Seit fast 28 Jahren betreibt Völker das Geschäft an der Hauptstraße. Doch jetzt überlegt er schon mal, ob er den Standort noch halten kann. „Kunden, die sich einmal zu uns durchgekämpft haben, überlegen es sich das zweite Mal ganz genau“, so Völker. Denn schließlich vertreibt er in seinem Modehaus keine „Muss-Artikel.“

Bereits vor Weihnachten hat Völker sich beim Bürgermeister Friedhelm Kleweken gemeldet. Seitdem, so erzählt er, hat er zusätzliche Schilder entdeckt, dass die Geschäfte im Ortskern erreichbar sind. Doch die reichen ihm nicht. Straßen NRW hatte vor Weihnachten entschieden, die B 474 vorübergehend wieder freizugeben, obwohl der dritte Bauabschnitt an der Einmündung zur Stadtlohner Straße (K 33) noch nicht fertig ist. Geplant war aber, am 9. Januar weiterzumachen. Doch das Wetter spielte nicht mit.

Schilder wegdrehen

„Wir haben heute den Verkehrssicherer angewiesen, die Schilder wegzudrehen“, sagte  Bruno Tenhumberg am Montag. Er hat für Straßen NRW die Bauüberwachung. Die Kreuze auf den Schildern, die zeigen, dass es keinen freien Weg etwa nach Coesfeld oder Ahaus gibt, sollten gleichzeitig abmontiert werden. Ganz bewusst habe man sich im Dezember entschieden, die Schilder weiter stehen zu lassen. Ein Tag Arbeit koste es, an allen Zufahrten die Beschilderung abzumontieren.

Wann wird es weitergehen? Darauf hat Tenhumberg keine klare Antwort. Die kommenden zwei Wochen wird es wohl nichts werden. „Der Frost muss aus dem Boden,“ sagt er, „wir schauen von Woche zu Woche.“ So hatte nach der Weihnachtspause die Baufirma Oevermann auch einen Tag lang in Legden gearbeitet und vor der Gaststätte Dapper eine Frostschutzschicht aufgebracht und planiert. Dann ging es aber nicht weiter.

Wenn es wärmer ist, soll der inzwischen dritte Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt folgen. Er ist wegen der Jahreszeit bewusst klein gehalten und geht von der Avia-Tankstelle bis zur Mitte der Einmündung Hauptstraße. Zwei Wochen Bauzeit rechnet Tenhumberg – wenn alles glatt läuft.

Verzögerungen

So kam es in der Vergangenheit zu Verzögerungen, weil beispielsweise die Glasfaserkabel in Höhe der Tankstelle nicht tief genug lagen oder die Straßenbauer vor der Gaststätte Dapper auf einen Kanal stießen, der, so Tenhumberg, auf keinem Plan eingezeichnet war. Die Vollsperrung soll möglichst kurz gehalten werden. „Die Nebenanlagen werden unter Verkehr fertiggestellt.“

Zwei weitere Bauabschnitte folgen dann, bis im Frühjahr die Bundesstraße fertig ist. Für Josef Völker keine Nachricht, die ihn beruhigt. Denn mit der Umgestaltung der Hauptstraße, die im Frühjahr beginnen soll, steht schon die nächste Baustelle vor der Haustür.

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