Einzelhandel unter der Lupe

Gemeinde gibt Konzept in Auftrag

Sie wollen wachsen, die Lebensmittelmärkte und Discounter in Legden. Dafür braucht es ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das die Gemeinde jetzt in Auftrag gegeben hat.

Legden

, 28.12.2016, 18:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Waren vor Jahrzehnten noch Flächen von 600 bis 800 Quadratmetern gängig, sind heute 1200 Quadratmeter und mehr gefragt. Bürgermeister Friedhelm Kleweken begrüßt das. "Wir wollen ein breiteres Sortiment." So hatten die Befragungen zu Jahresbeginn innerhalb des Projekts "Zukunftsdorf 2030+" ergeben, dass sich die Legdener Bürger mehr Drogerieartikel wünschen. Darauf könnten die Märkte reagieren, wenn sie mehr Platz hätten. Aber auch die Pfandrückgabestationen, so hat Kleweken bei seinen Gesprächen erfahren, brauchen mehr Raum.

Mehr als 800 Quadratmeter

Bei Verkaufsflächen von mehr als 800 qm muss es nach Landesvorgaben ein Einzelhandelskonzept geben, das jetzt von der BBE Münster erstellt wird. Rund 9300 Euro wird das kosten. Aber es geht um mehr als nur um die Märkte an beiden Seiten des Dorfkerns. "Wir müssen uns städtebaulich neu aufstellen", sagt Kleweken. Was sind gute Standorte, wo ist Wachstum sinnvoll und wo nicht, wie kann auch in der Zukunft die Grundversorgung im Dorf gesichert werden? - Das alles sind Fragen, denen nachgegangen werden soll.

Nahversorgung sichern

"Sicherung und Stärkung der zentralen Versorgungssituation, Positionierung der Gemeinde im Wettbewerb, Sicherung der flächendeckenden Nahversorgung, Schaffung von Rechts- und Planungssicherheit", nennt Hans-Joachim Schrader von der BBE Handelsberatung Stichworte. Dabei wird es vor allem um Legden gehen, aber auch Asbeck wird mit in die Untersuchungen aufgenommen.

Die BBE Handelsberatung wird dazu die Diskussion mit vielen suchen. Die Fraktionen haben in der vergangenen Ratssitzung Vertreter gewählt, die genauso einer Arbeitsgruppe angehören werden wie die Verwaltung, die Wirtschaftsinitiative Wila, die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer.

Situationsanalyse

Am Anfang wird eine Situationsanalyse gemacht. Verkaufsflächen, Sortimente, Betriebsformen, Leerstände und Wettbewerbsfähigkeit stehen unter anderem auf dem Prüfstand. Gastronomie, Dienstleistung und Einzelhandel werden gleichermaßen betrachtet. Im Bereich der Nachfrage kann es um die Kaufkraftbindung gehen. Erfahrungen aus ähnlichen Gemeinden zeigen, dass häufig vor allem der kurzfristige Bedarf vor Ort gedeckt wird. 

Bis März soll die Situationsanalyse abgeschlossen sein. Nach Arbeitskreissitzungen und Präsentationen könnte der Gemeinderat das Konzept im August beschließen.

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