Sekundarschule Legden

Entwicklung in Ahaus treibt Legdener Schulleiter Sorgenfalten auf die Stirn

Viele Schüler gehen nach Ahaus statt auf die Sekundarschule in Legden. Das sorgt auch bei Schulleiter Knut Kasche für Sorgen. Die Sekundarschule muss sich jetzt neu aufstellen.

Die geplante Siebenzügigkeit an der Irena Sendler Gesamtschule in Ahaus sieht nicht nur der Schulträger der Paulus van Husen Schule (PvH), die Gemeine Legden, kritisch. Auch Schulleiter Knut Kasche bekommt Sorgenfalten, wenn er an die Entwicklung in Ahaus denkt.

Im Grunde werde es in Ahaus bald ein riesiges Schulsystem geben, an der Irena Sendler Gesamt Schule werde es so über kurz oder lang an die 2000 Schüler geben. „Darauf war die Schule ja nicht ausgelegt“, sagt Knut Kasche im Gespräch mit der Redaktion.

Schulleiter sieht Entwicklung mit Sorge

Dass eine Schule mit immer mehr Klassen und immer mehr Schülern im Sinne eines Lernens ist, wie es von vielen gefordert wird, bezweifelt er. Dass es mehr Schüler geben wird, das wird prognostiziert, das weiß auch der Schulleiter der Sekundarschule in Legden. „Ich nehme die Entwicklung in Ahaus zur Kenntnis aber ich sehe es mit Sorge“, sagt Knut Kasche.

Vor allem kleine Lerngruppen werden von Eltern und der Politik gefordert, also das Gegenteil von dem, was man in Ahaus derzeit plant. Gerade an kleinen Schulen, wie der Paulus van Husen Schule sieht er Vorteile für die Schüler.

Nach der zehnten Klasse steht den Schülern alles offen

„Wir haben viele Vorteile, wir kennen unsere Schüler und können besser auf jeden einzelnen von ihnen eingehen“, so Kasche. Gerne würde es Knut Kasche sehen, wenn man eine gemeinsame, schulpolitische Lösung mit Ahaus finden würde.

Knut Kasche, Schulleiter der Paulus-van-Husen-Schule, begrüßt die verbindliche und klare Linie der Landesregierung.
Knut Kasche, Schulleiter der Paulus-van-Husen-Schule, begrüßt die verbindliche und klare Linie der Landesregierung. © Bastian Becker © Bastian Becker

Er sieht außerdem ein großes Problem, wenn es um den Ruf der Sekundarschule in Legden geht. Zwar wird an der PvH Schule Unterricht nach Gesamtschul-Standard gemacht, aber in den Köpfen vieler sei die Schule eher eine Hauptschule.

„Dabei kann man bei uns den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss und den Realschulabschluss mit Qualifikation für die Oberstufe machen“, sagt Knut Kasche. Zuletzt haben an der PvH Schule zwei Schülerinnen sogar einen Abschluss mit der Note 1,0 gemacht. Und nach der zehnten Klasse stehe allen Schülern alles offen.

„Müssen uns als Schule neu aufstellen“

Das System Sekundarschule, ist in seinen Augen nie vernünftig erklärt worden. Gerade weil immer mehr Eltern aus Legden ihre Kinder nach Ahaus zur Schule schicken, sei es jetzt auch Aufgabe der Sekundarschule, zu zeigen was dort eigentlich gemacht wird. „Wir müssen uns als Schule einfach neu aufstellen und im Dorf präsenter werden“, so der Schulleiter gegenüber der Redaktion.

Und wie soll das aussehen? Erst einmal wird es an der PvH Schule ein neues Beratungsteam geben, und dann plant Knut Kasche auch die Nutzung der Sozialen Medien.

„Social Media wollen wir auch angehen, um Eltern zu erreichen“, sagt der PvH Schulleiter. Die Menschen in Legden sollen dazu übergehen, erst einmal in der Schule vorbeizuschauen, bevor sie ihre Kinder in Ahaus anmelden.

Wo sie sie dann letztlich hinschicken, kann Knut Kasche niemandem vorschreiben, aber wenn man ein geeignetes Angebot wie die Sekundarschule in Legden vor Ort hat, „sollte man die Vorteile auch nutze“, findet der Schulleiter..

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen