Erste Hilfe am Kind

Angebot auch für Großeltern

Das Kind fällt von der Schaukel. Oder das Fieber steigt. Was tun, fragen sich Eltern in solchen Situationen. Ihnen bietet das Katholische Bildungswerk einen Erste-Hilfe-Kurs an. Und Großeltern auch.

LEGDEN

, 20.09.2017, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lisa Heming zeigt an der Puppe Anne, wie man ein kleines Kind reanimiert.

Lisa Heming zeigt an der Puppe Anne, wie man ein kleines Kind reanimiert.

Lisa Heming ist Notfallsanitäterin und arbeitet beim Rettungsdienst in Ochtrup. Und sie engagiert sich beim Deutschen Roten Kreuz in Legden. Als Karoline Wilpert fragte, ob sie ihr Wissen in Kursen beim Bildungswerk weitergeben wollte, hat sie schnell zugesagt. Im Gespräch mit Redakteurin Ronny von Wangenheim spricht die 28-Jährige über die Erfahrungen aus solchen Kursen und hat natürlich auch Tipps parat. Erstmals wird jetzt auch ein Kurs für Großeltern angeboten. Was ist der klassische Notfall bei Kindern? Der Fieberkrampf, Schürfwunden, eine Platzwunde am Kopf.

Und was raten Sie den Eltern? Zuerst einmal ruhig bleiben. Und ruhig auf das Bauchgefühl hören.Und dann? Wenn das Fieber hoch ist, sollte man Zäpfchen geben – die Dosierung nach Absprache mit dem Kinderarzt passend zu Größe und Gewicht wählen und Unverträglichkeiten beachten.Und was ist mit den klassischen Wadenwickeln? Die gehen auch, aber nicht bei Kindern unter sechs Monaten.Müssen Sie manchmal mit alten Vorstellungen aufräumen? Ja, zum Beispiel bei der Wundversorgung. Manche Kursteilnehmer erzählen noch von Hausmitteln wie Honig oder Mehl bei Verbrennungen.Das ist aber falsch? Bei Verbrennungen hilft vor allem erst einmal kühlen. Mit lauwarmen Wasser übrigens, weil die Haut sehr empfindlich und leicht überreizt ist.Eltern reagieren sicher sehr unterschiedlich. Es gibt nie die eine Lösung. Manche Eltern sind beim zweiten, dritten oder vierten Kind schon routinierter, beim ersten sind sie vielleicht sehr vorsichtig. Das ist aber nicht schlimm. Sie sollten nicht zögern, telefonisch Hilfe zu suchen. Beim Arzt, im Krankenhaus oder beim Rettungsdienst. Wir kommen lieber einmal zu viel.Gibt es Themen, die in den vergangenen Jahren vermehrt auftauchen? Atemwegserkrankungen, Pseudokrupp zum Beispiel, werden in den Kursen immer wieder angesprochen.Ich habe früher einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Warum sollte ich jetzt mitmachen? Bei der Ersten Hilfe passiert sehr viel. Generell ist es gut, etwa alle fünf Jahre einen Kurs zu besuchen.Ein Beispiel? In Legden gibt es seit einiger Zeit Defibrillatoren. Die dürfen genutzt werden. Und außerdem sind manche Dinge bei Kindern und vor allem Säuglingen anders. Zum Beispiel bei der Reanimation von Säuglingen. Man muss anders drücken und anders beatmen.Das kann auch praktisch geübt werden? Ja, Baby Anne ist immer dabei. Da kann man ausprobieren, wie unterschiedlich das Lungenvolumen ist, wie viel Luft man geben soll. Bei einem Erwachsenen kann es ein halber Liter sein, beim Baby reicht ein Schnapsglas voll.

Der Kurs für Eltern läuft am Mittwoch, 4. Oktober, von 18 bis 21 Uhr im DRK-Haus, Amtshausstraße 3.
Für Großeltern ist der Kurs am Donnerstag, 5. Oktober, 18 bis 21 Uhr am gleichen Ort.
Anmeldungen sind möglich bei Karoline Wilpert, Tel. (02566) 90 87 97, oder per E-Mail: kbw-legen@web.de.

 

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