„Erziehungsauftrag immer wichtiger“

Interview mit Axel Barkowsky

Die Sekundarschule Legden Rosendahl erfreut sich großer Beliebtheit. Zurzeit drücken dort 502 Kinder und Jugendliche die Schulbank. In der kommenden Woche werden die Anmeldungen für das neue Schuljahr 2017/18 entgegengenommen. Im Interview erzählt Schulleiter Axel Barkowsky über Veränderungen und Stärken der Sekundarschule.

LEGDEN/ROSENDAHL

von von Manuela Reher

, 17.02.2017, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Erziehungsauftrag immer wichtiger“

Axel Barkowsky, Leiter der Sekundarschule Legden Rosendahl, setzt sich für eine Schule ein, die neben dem Bildungsauftrag auch einen Erziehungsauftrag erfüllt. Grothues (A)

Welche Erfahrungen haben Sie mit den neuen Lernzeiten für die Jahrgänge 5 und 6 gemacht?

Die neu eingeführten Lernzeiten sorgen dafür, dass die Kinder mehr Zeit zum Üben und Lernen haben. Sie arbeiten in diesen Stunden an individuellen Aufgaben, die sie ohne fremde Hilfe lösen können. Wenn es doch Fragen geben sollte, so können sie diese an die Lehrperson stellen und diese kann unterstützend tätig werden. Außerdem lernen die Kinder so früh mehr Selbstständigkeit, da sie zum Beispiel selber entscheiden müssen, mit welchem Fach sie beginnen wollen.

Die Sekundarschule Legden Rosendahl hat den Ehrenamtspreis für Integration erhalten. Welche speziellen Maßnahmen gibt es für Geflüchtete?

Spezielle Maßnahmen gibt es bei uns eigentlich nicht. Alle Lehrpersonen sind sehr bemüht, die Zuwanderer zu integrieren. Dies gelingt in erster Linie durch das Erlernen der deutschen Sprache - hier liegt unser Schwerpunkt. Darüber hinaus gibt es ehrenamtlich tätige Personen, die uns unterstützen - auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Übermittagsbetreuung engagieren sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und bringen den Zuwanderern die deutsche Sprache bei. Darüber hinaus sind die Zuwanderer bei uns in die Klassen integriert und nehmen somit auch am Geschehen innerhalb der Klassen teil. So lernen sie schnell auch die Regeln an der Schule kennen.

Was verknüpfen Sie mit dem Förderprogramm "Gute Schule 2020"?

Vor allem die Hoffnung auf eine weiter verbesserte Ausstattung der Schulen. Eine gute Ausstattung sorgt für ein gutes Arbeitsklima bei Schülerinnen und Schülern und vor allem auch bei den Lehrpersonen. Die Digitalisierung der Schule steht an - hieran muss weiter gearbeitet werden. Aber auch so Dinge wie Klassenraumgestaltung, die Schaffung von zusätzlichen Differenzierungsräumen und weitere Räumlichkeiten für den Ganztagsbetrieb erhoffe ich mir. Darüber hinaus brauchen wir auch Arbeitsräume für die Lehrpersonen, denn diese verbringen heute sehr viel mehr Zeit in der Schule als noch vor wenigen Jahren.

Was muss Schule heute zusätzlich leisten?

Neben der Hauptaufgabe des Unterrichtens erhält der Erziehungsauftrag eine immer größere Bedeutung. Schule übernimmt dort heute viele Aufgaben, die früher so "nicht auf dem Programm" standen. Darüber hinaus arbeiten wir heute intensiv im Bereich des gemeinsamen Lernens und fördern möglichst alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten. Hinzu kommen aktuell noch die Zuwanderer, um die sich die Schule ebenfalls kümmert.

Wie wird an der Sekundarschule sichergestellt, dass es nach dem Schulabschluss erfolgreich für jeden einzelnen Schüler weiter geht?

In diesem Schuljahr haben wir zum ersten Mal im Jahrgang 8 einen gesonderten Beratungstag im Rahmen der Zeugnisausgabe durchgeführt, bei dem es explizit um den zu erreichenden Abschluss ging. Dabei haben die Klassenlehrer und -lehrerinnen in Einzelgesprächen mit Schülern und Eltern das Zeugnis besprochen und Möglichkeiten erörtert, wie ein höherwertiger Abschluss erreicht werden kann. Ansonsten arbeiten wir an den bestehenden Kooperationen zu den Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen und sind am Landesprogramm "Kein Abschluss ohne Anschluss" beteiligt, dass den Übergang von der Schule in die Ausbildung durch sogenannte Potenzialanalysen, Betriebspraktika und eine schriftliche Vereinbarung sichert.

Für das Schuljahr 2017/18 sind Anmeldungen vom 21. bis 23. Februar am Standort in Legden, Weishauptstraße 1, möglich: Dienstag (21. 2.) von 8 bis 17 Uhr, Mittwoch (22. 2.) von 12 bis 17 Uhr (dann auch Anmeldungen am Standort in Osterwick, Droste-Hülshoff-Weg 20) und Donnerstag (23. 2.) von 12 bis 19 Uhr.
Mitzubringen sind: Originalzeugnis des ersten Halbjahres, Schulform-Empfehlung der Grundschule, Anmeldeschein und das Familienstammbuch oder die Geburtsurkunde.

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