Eva, die Schlange und viel Kaffee

Legden Kleine himmelblaue Häschen halten sich an den Pfoten und tanzen Ringelrein im Abendrot. Ganz anders wenige Kilometer weiter: Regungslos starren dort die Zwei-Meter-Frau Eva und ihre nicht minder massige grüne Begleiterin, die Schlange, in ein dickes Buch und lesen - halb fassungslos, halb amüsiert - die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies.

08.11.2007 / Lesedauer: 3 min

Eva, die Schlange und viel Kaffee

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Grelle Farben hier und dort. Anschauliche Motive allenthalben. Und jede Menge mehr oder weniger versteckter Humor: So unterschiedlich auch die Arbeiten von Ilona Gorecka und Eike Gornowicz sind, diese Gemeinsamkeiten fallen ins Auge. Genauso wie der Wunsch, neue künstlerische Wege zu beschreiten. Die Ausgangspunkte sind bei beiden Frauen die gleichen: ihre jeweiligen Arbeitsräume in Legden und Asbeck.

Draußen fegt das gelbe Laub in kühlen Böen über den Hof - bis direkt vor das gläserne Tennentor des Hofes am Mühlenbach. Dahinter ist es angenehm war. Ein großer Arbeitstisch steht in der Mitte des riesigen Raums, ein Sofa rechts auf dem Podest an der Seite, ein Bollerofen hinten in der Ecke - und dazwischen jede Menge Kunst: Objekte, Gemälde, Graphiken, Miniaturen und stapelweise Materialien, die erst noch verarbeitet werden sollen: "Ich sammele immer, wenn ich unterwegs bin", erklärt Ilona Gorecka-Sonnewend fast entschuldigend. Sie teilt sich die fast 100 Jahre alte Tenne mit ihrem Mann Piotr Sonnewend als Atelier. Wo andere nur Körbe mit Hölzern, Zapfen, Muscheln, Lindenbaumfrüchte und Taubenfedern wahrnehmen, sieht sie interessante Werkstoffe, die geradezu danach schreien, in einen neuen Aggregatzustand überführt zu werden - am liebsten zurzeit in Collagen mit einer bestechenden Formstrenge. "Ichhabe immer 100 Ideen und komme manchmal gar nicht nach, sie schnell genug umzusetzen." Ein aufmerksamer Blick in die Runde straft sie Lügen. Die Phase, in d er sie in grellen Farben Hirsche, Häschen und Gardinenspitzen zu skurrilen Gemälden komponierte-KitschmitHintersinn, wie sie selbst sagt - ist gerade beendet. Jetzt dominiert das runde Element ihre Arbeit: Ein Kleid aus lauter zusammen genähten Kreisen schwebt im Raum, braune Kreise in facettenreichen Brauntönen tanzen an der Wand - erst auf den vierten bis fünften Blick wird klar: Der Stoff, aus dem die Kreise sind, ist koffeinhaltig. "Jawohl, Kaffeepads", bestätigt die Künstlerin mit dem knallroten Haarschopf lachend.

Auch Eike Gornowicz probiert sich aus.

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