Fahrrad für Vater des Bürgerbusses

27.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Legden Zum 80. Geburtstag vor einer Woche hat sich Josef Richters ein neues Fahrrad gekauft: eines mit Hilfsmotor - dieser Vorrichtung, die den entscheidenden Impuls gibt, wenn es 'mal schwierig wird, die den notwendigen Anstoß gibt und alle Kräfte bündelt - die mit dem Fahrrad also das Gleiche macht wie sein rüstiger Fahrer zeitlebens im Vereinsleben der Gemeinde.

Richters wehrt ab. Nein, so lasse sich das nicht sagen. So wichtig sei er gar nicht: nur immer interessiert und zur Stelle, wenn man ihn gefragt habe und sich niemand anderes gefunden habe. "Damit sich überhaupt was bewegt", erklärt der Zimmerermeister.

Am besten regelmäßig, streng nach Fahrplan und bequem erreichbar: Richters hat als erster Vorsitzender des Bürgerbusvereins Heek-Legden 1985 den ersten Bürgerbus-Verkehr in ganz Deutschland mitgegründet. Dabei hat er sich nicht nur mit der Organisation des ehrenamtlichen Nahverkehrs beschäftigt, sondern gleich selbst hinterm Steuer Platz genommen. "Ich fahre zwar immer noch Auto", sagt er schmunzelnd, "aber den Bürgerbus inzwischen nicht mehr" - zumindest nicht als Fahrer, sondern nur noch als Passagier.

Bevor er sich der Mobilität zuwandte, halt Richters erst beim Hausbau: Mit der Siedlungsgesellschaft und dem Bauorden - Richters hat die Kontakte hergestellt - haben sich zwölf Legdener Familie ihren Traum vom Eigenheim erfüllt - die erste Selbsthilfesiedlung der Gemeinde entstand am Feldkamp, "viele nennen sie heute noch Mondschein-Siedlung".

Als Richters, der in seinen letzten Berufsjahren BBS-Lehrlingsausbilder war, in Rente ging, kam zu seinem Engagement in Kommunalpolitik, Kolpingsfamilie und Heimatverein das in der Seniorengemeinschaft. "Der Motor fährt zwar nicht mehr mit voller Kraft", lacht er, aber er fährt. sy-

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