Fahrraddieb schwänzte Gerichtsverhandlung und muss nun eine Geldstrafe zahlen

Gerichtsprozess

Das Schwänzen einer Gerichtsverhandlung schützt vor Strafe nicht. Ein Fahrraddieb wurde jetzt in Abwesenheit per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt.

Legden

, 01.10.2019, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der junge Mann, der von den Justizvollzugsbeamten mit Handschellen vorgeführt wird, steuerte am Dienstag direkt die Anklagebank an. „Nein, nein, das ist heute nicht Ihr Platz“, sagte der Richter. „Sie sind ja heute nur als Zeuge hier.“

Fahrrad aus Legdener Garage gestohlen

Dann hieß es warten. Doch die Anklagebank blieb leer. Der Angeklagte, der des schweren Diebstahls beschuldigt wurde, folgte seiner Vorladung nicht. Er war angeklagt, weil er in Legden eine Garage aufgebrochen und ein E-Fahrrad gestohlen hatte. Das Fahrrad wurde später in Werl sichergestellt und inzwischen wieder seinem rechtmäßigen Eigentümer übergeben.

Weil der Angeklagte die Verhandlung schwänzte, griffen Richter und der Vertreter der Staatsanwaltschaft zum Mittel des Strafbefehlsverfahrens. Die Besonderheit des schriftlichen Strafbefehls liegt darin, dass es zu einer rechtskräftigen Verurteilung ohne mündliche Hauptverhandlung führen kann. Die Schuld des Täters muss dabei nicht zur Überzeugung des Gerichts feststehen, sondern es genügt ein hinreichender Tatverdacht.

600-Euro-Geldstrafe

Das Gericht verurteilte den abwesenden Angeklagten, der nur über ein geringers Einkomen verfügt, zu einer Geldstrafe über 600 Euro (60 Tagessätze à 10 Euro), die der Angeklagte in monatlichen 50-Euro-Raten abbezahlen kann. Tut er dies nicht, oder legt er Einspruch ein, dann wird es doch noch zu einer mündlichen Hauptverhandlung kommen.

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