Freundeskreis engagiert sich seit 25 Jahren für Namibia - und will weitermachen

rnHilfe für Namibia

Hilfe wird in Namibia dringend benötigt. Seit 25 Jahren engagiert sich die Legdener Kolpingsfamilie dort in Missionsstationen. Und bisher gibt es keinen Grund, die Arbeit einzustellen.

Legden

, 06.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit 25 Jahren gibt es in der Kolpingsfamilie Legden den Freundeskreis Namibia, der nach Kräften Missionsstationen in Namibia unterstützt. Einer der Mitbegründer ist Gerhard Baumeister. Sechsmal war er inzwischen in dem südfrikanischen Land. Über seinen Onkel, den Pater Heinz Duttmann, kam der heute 64-jährige Nähmaschinenmechaniker mit der Hilfe in Kontakt und blieb dabei.

Freundeskreis engagiert sich seit 25 Jahren für Namibia - und will weitermachen

Der Kontakt zu den Schwestern in den Missionsstationen vor Ort ist über Jahre gewachsen. Seit 25 Jahren gibt es den Freundeskreis in der Kolpingsfamilie Legden inzwischen. © Gerhard Baumeister

Angefangen hatte alles durch Kolping-Workcamps: Legdener Jugendliche halfen für drei Wochen in einer der Missionsstationen und konnten noch eine Woche Urlaub dranhängen. Aus diesem Engagement gründete sich 1994 der Freundeskreis.

Noch fünf feste Mitglieder

Zum Freundeskreis zählen inzwischen nur noch fünf feste Mitglieder. Darunter auch Menschen, die längst nicht mehr in Legden wohnen. Dazu kommt aber noch eine ganze Reihe von Einzelspendern. 4000 bis 10.000 Euro sind so jedes Jahr zusammengekommen. Geld, das dringend benötigt wird, weil es überall fehle.

Freundeskreis engagiert sich seit 25 Jahren für Namibia - und will weitermachen

Gehard Baumeister mit der Provinzialoberin Sr. Letitia. © Gerhard Baumeister

Es fließt vor allem in vier Projekte: Die Unterstützung von Missionsstationen mit neuen und gebrauchten Nähmaschinen, die Unterstützung von Aidswaisen, die Unterstützung eines Hospizes und die Hilfe beim Versand der Hilfsgüter in Containern. Für die Projekte arbeitet der Freundeskreis Namobia eng mit den Hiltruper Missionsschwestern (MSC) und den Oblaten Missionaren (OMI) zusammen.

Baumeister will weitermachen

Gerhard Baumeister ist 64 und steht kurz vor dem Ruhestand. „Wenn es so weit ist, werde ich mich noch stärker für die Hilfe engagieren“, sagt er. Wie genau das dann aber aussieht, lässt er im Moment noch offen. „Ein paar Ideen habe ich da aber schon“, erklärt er.

Auch für das Jubiläumsjahr hat der Freundeskreis Ideen: So wollen sie bei der Aktion „offene Gärten“ am 29. und 30. Juni über ihre Projekte informieren und zu einer Spendensammlung aufrufen. Auch Aktionen beim Fest der Kulturen oder im Dahliengarten sind angedacht. Sie sind aber noch nicht spruchreif.

„Die Armen sind immer noch arm.“

25 Jahre Unterstützung und Reisen nach Namibia. Hat die Hilfe etwas bewirkt? Was hat sich verändert? Gerhard Baumeister bringt es auf den Punkt: „Die Armen sind immer noch arm.“ Natürlich habe sich in den 25 Jahren enorm etwas getan in dem Land. „In der Hauptstadt Windhuk beispielsweise ist ein regelrechter Bauboom ausgebrochen“, erklärt er.

Auch der Verkehr habe sich rasant entwickelt: „Zu Beginn sind uns auf einer 700 Kilometer langen Autofahrt vielleicht ein oder zwei Autos entgegengekommen.“ Mittlerweile gebe es – gerade in der Hauptstadt - regelmäßig Staus. Auch die Telefonverbindungen sind heute nicht mehr vergleichbar mit dem damaligen Zustand.

„Ich kann mich noch erinnern, dass es zu Anfang für mehrere Missionsstützpunkte gerade einmal einen Telefonanschluss gab“, erzählt Gerhard Baumeister. Heute sei das Land fast flächendeckend mit Mobilfunk ausgestattet. Für knapp einen Euro könne er dort einen Monat telefonieren.

Wenig kommt bei den Menschen an

Doch bei den Menschen komme von dieser Entwicklung nur wenig an. Das Problem: Es gibt keine oder nur wenig Arbeit. „Im Tourismus und auf den großen Jagdfarmen gibt es Arbeitsplätze, aber auch nur in den Hochburgen. Handwerkliche Ausbildung oder Arbeitsplätze vor Ort gibt es kaum“, erzählt der Legdener.

Freundeskreis engagiert sich seit 25 Jahren für Namibia - und will weitermachen

Hilfe im Hospiz in Mariental, Namibia. Mit den Nähmaschinen kann dort Wäsche ausgebessert und genäht werden. Gleichzeitig machen Jugendliche und Frauen so einen ersten Schritt in Richtung einer Ausbildung. © Gerhard Baumeister

So sei es durchaus üblich, dass Pendler bis zu einem Drittel ihres Monatseinkommens nur dafür ausgeben, zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Zum Vergleich: Wer in Deutschland mit dem Auto zur Arbeit pendelt, zahlt pro Jahr im Schnitt ungefähr ein Monatsbruttoeinkommen – kann aber noch Steuervorteile geltend machen.

Riesige Fläche, wenig Menschen

„Das liegt aber auch einfach daran, wie Namibia aussieht“, sagt Gerhard Baumeister: Ein Land ungefähr doppelt so groß wie Deutschland, in dem aber gerade einmal zwei Millionen Menschen leben.

„Das sind alles Projekte, um Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können.“

Er hofft, dass durch die Arbeit des Freundeskreises und anderer Hilfsorganisationen nach und nach die Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert werden können. „Das sind alles Projekte um Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können“, erklärt er. Aber die Hilfe steht auch vor großen Umwälzungen.

Zum einen werden die Helfer immer weniger. Zum anderen wird beispielsweise der Transport der Container immer teurer: „Zeitweise haben wir 13 oder 14 Container pro Jahr nach Namibia geschickt“, erzählt er. Doch der Versand werde teurer, gleichzeitig sinkt die Spendenbereitschaft.

Dennoch: In diesem Januar wird der erste Container gepackt und auf die Reise geschickt. „Wie es danach weitergeht, müssen wir mal sehen“, sagt er. Dass es weitergeht, ist für ihn aber keine Frage, denn die Hilfe wird auch in Zukunft gebraucht. Da ist er sich sicher.

Kontakt zum Freundeskreis

Wer sich für den Freundeskreis Namibia oder die Unterstützung der Projekte interessiert, kann sich an die Kolpingsfamilie Legden oder direkt an Gerhard Baumeister wenden, Tel. (02566) 3394.
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