Freundschaft zerbrach über Handyvertrag

Betrugsvorwurf

Das Zeitgedächtnis hatte sowohl den Angeklagten als auch die Zeugin verlassen. Auch längere Befragungen konnten in der Verhandlung am Amtsgericht Ahaus am Montag letztendlich nicht aufklären, ob ein 29-jähriger Legdener eine 23-Jährige aus Coesfeld wissentlich betrogen hat. Nur eins ist sicher: Befreundet sind die beiden nicht mehr.

LEGDEN

29.05.2017, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Legdener soll ohne die Zustimmung der Coesfelderin in ihrem Namen im Internet einen Handyvertrag abgeschlossen und sich so ein iPhone im Wert von rund 850 Euro angeeignet haben. Bei der Vernehmung des Angeklagten sah alles noch ganz einfach aus. Die Zeugin habe für ihn ein Handy bestellt, was er wegen eines Schufa-Eintrags nicht konnte. Man war befreundet, man habe sich gegenseitig helfen wollen, er habe immer wieder Geld zurückgezahlt. „So etwa 600 Euro“ schätzte er. Doch dann habe die Zeugin 40 Euro haben wollen, er habe aber keine Zeit gehabt. „Ab da war Krieg“, so der Legdener.

Zweiter Vertrag

Die Zeugin erzählte eine andere Geschichte. Sie hatte in der Tat dem Legdener helfen wollen und mit ihm in einem Geschäft ein Handyvertrag inklusive Samsung-Handy gekauft. Als dann ein Paket bei ihr angekommen sei, habe der Angeklagte gesagt, es handele sich um einen Ersatz für das kaputt gegangene Samsung. Dass das iPhone in dem Paket mit einem weiteren Vertrag verbunden sei, für den sie auch zahlen musste, habe sie nicht gewusst. Auch habe er nur sehr wenig Geld zurückgezahlt. „Er hat mein Vertrauen missbraucht“, so die Zeugin.

Schlechtes Gedächtnis

Bei der Schilderung der Abläufe allerdings erinnerte sich die Zeugin oft nicht. Warum sie nicht gemerkt habe, dass ihr allmonatlich rund 30 Euro vom Konto abgezogen wurden? Ab wann sie nicht mehr mit dem Angeklagten befreundet gewesen sei? Ob und wann sie denn Mahnschreiben bekommen habe? Warum sie erst Monate später Strafantrag gestellt habe? Da blieb sie Antworten schuldig.

„Eine Beziehungsangelegenheit“ sei die Anklage, so der Verteidiger. Die Richterin stellte am Ende das Verfahren ein. Mit ein Grund war, dass die Zeugin bereits zivilrechtlich einen Titel eingeklagt hat. Der Angeklagte, der zurzeit einen 450-Euro-Job als Trockenbauer hat, so sein Verteidiger, habe außerdem Aussicht auf einen Vollzeitjob. Für die Zeugin steigen damit die Chancen, das geforderte Geld auch zu bekommen. 

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