Geldstrafe als Quittung für frisiertes Mofa

Legdener vor Gericht

Der Sachverhalt war von Beginn an weitgehend unstrittig. Der 23-jährige Legdener, der sich am Montag vor dem Ahauser Amtsgericht mit dem Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis konfrontiert sah, gestand, mit seinem Kleinkraftrad zu schnell unterwegs gewesen zu sein. Aber nicht nur das wurde ihm vorgeworfen.

LEGDEN

von von Johannes Schmittmann

, 19.12.2016, 16:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

25 km/h lautet die Maximalgeschwindigkeit für diesen Fahrzeugtyp – im Volksmund Mofa genannt. Für höhere Geschwindigkeiten ist ein Führerschein notwendig, den der Legdener aber nie besaß. Seine Aussagen deckten sich mit der Messung von zwei Polizeioberkommissaren, die am 7. April mit einem Lasergerät eine Geschwindigkeit von 38 km/h gemessen hatten. Diese Zahl wollte der Angeklagte jedoch relativieren: „Mein Tacho hat 35 km/h angezeigt und wenn die drei km/h Toleranz noch abgezogen werden, wird eigentlich ein Auge zugedrückt.“

Polizeibeamte als Zeugen

Der 35-jährige Oberkommissar, der als Messbeamter vor Ort gewesen war, verwies allerdings auf die sehr exakten Daten, die ein Lasergerät liefere. Deshalb liege in einem solchen Fall sogar ein sogenannter Strafverfolgungszwang vor. Einschlägige Vorstrafen Außerdem hatte der Polizist in den Akten einen „bis auf das Profil abgefahrenen Hinterreifen“ vermerkt.

Seine Kommissarkollegin, die als Protokollantin vor Ort gewesen war, erinnerte sich noch als Zeugin vor Gericht an ein anderes Detail. „Das Gefährt hatte einen durchgehenden Sitz, der das Mitfahren einer zweiten Person ermöglicht.“ Dieses Detail ist insofern wichtig, da ein Kleinkraftrad nur eine Sitzmöglichkeit bieten darf. Da der Angeklagte bereits wegen des Fahrens ohne Führerscheins vorbestraft war, fiel die Strafe entsprechend höher aus. 80 Tagessätze à 10 Euro. Mildernd wirkte sich nur die geringe Geschwindigkeitsüberschreitung aus. 

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