Gemeinde beantragt Fördermittel für Klimaschutzkonzept

Synergien nutzen

Es fängt bei LED-Lampen an und hört bei Solaranlagen und Windkraftanlagen noch lange nicht auf - Klimaschutz ist ein komplexes Thema. Auch die Gemeinde Legden will und muss sich hier für die Zukunft aufstellen. Der Bauausschuss stimmte jetzt zu, Fördermittel für ein Konzept zu beantragen.

LEGDEN

, 22.02.2017, 19:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gemeinde beantragt Fördermittel für Klimaschutzkonzept

Windräder, die hinter einer Solaranlage auf dem Dach einer Scheune zu sehen sind – das wäre ein Bild, das auch in Legden gut zu einem Klimaschutz-Konzept passen könnte. Aber auch E-Bike-Ladesäulen zählen.

Es ging vor allem um Geld und Förderung, als Dagmar Schaaf von der Kommunal Agentur NRW in der Sitzung am Dienstag im Haus Weßling das Programm vorstellte. Erstes Ziel wäre ein integriertes Klimaschutzkonzept. Und das muss es geben, weil es sonst später für bestimmte Vorhaben keine oder weniger Fördergelder geben würde.

Viele gute Tipps hatte Dagmar Schaaf für die Kommunalpolitiker. Gibt es erst mal das Konzept, dann müsse jede Idee, jedes Projekt auf den Aspekt Klimaschutz untersucht werden, um möglichst viel Geld herauszuholen. Die energetische Sanierung des Rathauses oder des Jugendhauses Pool könnten "Leuchtturmprojekte zum Anfassen" werden, um auch öffentlich auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Schulen, Kindergärten, Altenwohnhaus - alle könnten einbezogen werden.

Aufbruchsstimmung erzeugen

"Erzeugen Sie eine Aufbruchsstimmung in Ihrer Gemeinde", appellierte Dagmar Schaaf an die Politiker. Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Tourismus - viele Bereiche könnte das Klimaschutzkonzept abdecken. Bei der Umsetzung könnten nicht nur den Treibhausgase minimiert, sondern - und das war der Fachfrau ganz wichtig - auch Kosten gespart werden. Auf Dauer empfiehlt sie den Einsatz eines Klimaschutzmanagers.

Doch zuerst braucht es das Konzept. Bis zu 65 Prozent Fördermittel werden bewilligt. Absprachen, so Bürgermeister Friedhelm Kleweken, hat es bereits mit der Gemeinde Heek gegeben. Auch Schöppingen könnte ins Boot geholt werden, um Synergien zu nutzen. Am meisten Geld, das machte Dagmar Schaaf am Dienstag deutlich, gibt es, wenn jede Gemeinde einzeln Fördergelder beantragt, anschließend aber alle das gleiche Planungsbüro beauftragen.

Frühestens 2018

Das Konzept muss von einem externen Partner entwickelt werden - allerdings in enger Abstimmung mit der Gemeinde. "Sehen Sie dem Büro auf die Finger", betonte Dagmar Schaaf, dass die Ergebnisse genau auf Legden zugeschnitten sein müssen.

Acht Stunden die Woche, so die Schätzung der Kommunal Agentur NRW, ist ein Mitarbeiter damit eingebunden. Weil es in Legden keine personellen Ressourcen gibt, wird jetzt schnell der Antrag gestellt, das Konzept aber frühestens 2018 in Angriff genommen.

Ehrgeiziges Ziel

Rund 40.000 Euro wird die Erstellung des Konzepts kosten, der Eigenanteil für Legden wird auf zwei Jahre verteilt 14.000 Euro betragen. „Manche Kommunen finden dafür sogar Sponsoren“, informierte Dagmar Schaaf. Die Kommunal Agentur NRW bietet auch weiter Unterstützung, speziell bei der Requirierung von Fördergeldern – und das kostenlos.

Das bundesweite Ziel ist ehrgeizig. 80 Prozent der Treibhausgase sollen bis 2050 gegenüber 1990 eingespart werden. Der Ausbau erneuerbarer Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz sind dafür die Wege.

Lesen Sie jetzt