Gemeinde will Einzelhandel in Legden mit 50.000 Euro unterstützen

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Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf Legden beherrschten die Diskussion im Gemeinderat. Zwei Dinge wurden klar: Der Wahlkampf hat begonnen. Und der Dahlientaler bringt Hilfe.

Legden

, 23.06.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die Gemeinde Legden und ihre Finanzen ausgewirkt. Das war Thema bei der Sitzung im Gemeinderat, der ersten seit Beginn der Coronakrise. Es wurde eine kontroverse Diskussion, die am ungewohnten Ort im Pfarrheim durchaus Unterhaltungswert hatte.

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Wie soll die Gemeinde mit der Krise umgehen, wie sich auf verminderte Einnahmen einstellen, darum ging es in drei Anträgen. Vor allem CDU und UWG machten hier schon ganz viel Wahlkampf. Am Ende aber hatte Bürgermeister Friedhelm Kleweken eine Idee parat. Die fand bei allen Fraktionen Anklang.

Zur Ausgangsposition: Die UWG hatte bereits im März einen Antrag gestellt, alle Investitionen daraufhin zu überprüfen, ob sie ausgesetzt oder verschoben werden könnten. Es müssten alle Sparpotenziale genutzt werden. Doch dann zog der UWG-Fraktionsvorsitzende Gerd Heuser am Montagabend einen Ergänzungsantrag aus dem Hut.

Statt Einsparungen will die UWG jetzt Geld für Hilfeleistungen

Eigentlich war es ein neuer Antrag. Dienstleistungsgewerbe, Gastronomie, Handwerksbetriebe, Unternehmen und Landwirte leiden unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, so Gerd Heuser. Die Gemeinde, so der Antrag, solle Möglichkeiten prüfen, wie sie hier finanzielle Hilfestellungen leisten könne. In Ahaus oder Vreden gebe es ähnliche Aktionen.

Auf der Bühne des Pfarrheims saßen die Zuschauer, unten die Politiker. Hygiene, Abstand, getrennte Eingänge - die Corona-Pandemie prägte die Sitzungen von Bauausschuss und Gemeinderat.

Auf der Bühne des Pfarrheims saßen die Zuschauer, unten die Politiker. Hygiene, Abstand, getrennte Eingänge - die Corona-Pandemie prägte die Sitzungen von Bauausschuss und Gemeinderat. © Ronny von Wangenheim

Berthold Langehaneberg konterte: „Das ist das Gegenteil von dem, was Sie gewollt haben. Unterstützen Sie einfach den Antrag der CDU“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende in Richtung UWG. Die CDU hatte in ihrem Antrag gefordert, dass Investitionen in der Gemeinde Legden beschleunigt werden müssten, um Arbeit und Beschäftigung zu sichern.

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Bürgermeister Kleweken hatte zuvor dargelegt, dass viele der Investitionen von insgesamt 5,4 Millionen Euro bereits auf dem Weg sind. Der mit 1,2 Millionen Euro größte Posten, der Kunstrasenplatz, kann sowieso nicht in diesem Jahr realisiert werden. Die Liquidität habe ein historisches Hoch.

SPD sitzt zwischen UWG und CDU und verteilt Kritik zu beiden Seiten

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Goßling hatte in der Mitte sitzend Kritik in beide Richtungen. Alle Anträge in der ursprünglichen Fassung hätten nicht ihre Zustimmung gefunden. „Der Änderungsantrag (der UWG), der hätte aber von uns sein können“, sagte sie. Kritik hatte sie an der CDU: „Ich hätte mich gefreut, wenn Sie den Antrag zurückgezogen hätten.“ Schließlich arbeite die Verwaltung alle Investitionen im Rahmen des Möglichen ab, schneller ginge nicht. Und in Richtung UWG: „Wie das ein Änderungsantrag sein soll, erschließt sich mir nicht. In Zeiten der Digitalisierung hätten Sie uns ihren Antrag vor der Sitzung zukommen lassen können.“

Dahlientaler kann nur in Legden eingelöst werden

Ein Hin und her gab es auch zur Tatsache, dass die UWG keine konkreten Vorschläge machte, wie die finanzielle Hilfeleistung aussehen könnte. Dann nahm Bürgermeister Friedhelm Kleweken das Heft in die Hand: „Wir haben den Dahlientaler. Da brauchen wir nichts Neues zu erfinden. Den kann man nur in Legden einlösen. Wir geben als Gemeinde 25 Prozent dazu.“

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50.000 Euro, so einigte man sich auf Klewekens Vorschlag schnell, soll die Gemeinde investieren. Dahlientaler für 200.000 Euro könnten somit verkauft werden. „Das hilft dem Einzelhandel, der Gastronomie, Friseuren, die alle sehr gelitten haben“, so Kleweken. Die Summe hatte der Bürgermeister in Anlehnung und im Verhältnis zur Stadt Ahaus und dem Ahaus-Gutschein vorgeschlagen.

Noch muss das zum Beispiel steuerrechtlich geprüft werden. Entscheiden soll der Ältestenrat, damit die Aktion Mitte Juli starten kann. Dann können in Volksbanken und der Sparkasse von der Gemeinde bezuschusste Dahlientaler erworben werden, die in verschiedenen Betrieben eingelöst werden können.

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