Gericht verurteilt Autofahrer (43) nach halsbrecherischem Überholmanöver

rnFahrlässige Körperverletzung

Ein wildes Überholmanöver auf der Schöppinger Straße brachte einen 43-jährigen Stadtlohner am Dienstag vors Amtsgericht. Seine Fahrweise hatte zu einem Auffahrunfall geführt.

Legden

, 20.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein 43-jähriger Stadtlohner hatte im vergangenen November versucht, auf der Schöppinger Straße kurz vor der Autobahnbrücke mehrere Pkw und Lastwagen zu überholen. Als der Gegenverkehr schon mit aufgeblendeter Lichthupe auf ihn zusteuerte, brach er den Versuch ab, bremste scharf und drängte auf seine Spur zurück. Ein anderer Autofahrer musste deswegen abrupt bremsen und wich ein Stück auf den Grünstreifen aus. Ein Lkw dahinter konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte auf den Wagen. Der Autofahrer, ein 40-Jähriger aus Ramsdorf, erlitt dabei ein Schleudertrauma.

Keine Unfallflucht nachweisbar

Der 43-jährige Unfallverursacher gab danach wieder Gas. „Von dem Unfall habe ich wirklich nichts mitbekommen, sonst wäre ich stehen geblieben“, beteuerte der Angeklagte aus Stadtlohn. Das wollte ihm der Richter zwar nicht glauben, konnte ihm aber auch das Gegenteil nicht nachweisen. Fünf Zeugen schilderten vor Gericht zwar ihren Eindruck von dem Unfall, den Verdacht der Fahrerflucht erhärteten sie jedoch nicht.

Der Lkw-Fahrer und sein Beifahrer, der Verletzte und sein Beifahrer sowie eine 33-jährige Vredenerin, die noch weiter hinten in der Kolonne fuhr, sagten übereinstimmend, dass der Stadtlohner trotz der unübersichtlichen Verkehrssituation versuchte, zu überholen. „Ich hab sofort gerufen: ‚Das schafft der nie‘“, erinnerte sich der 60-jährige Fahrer des Lkw, der auf das Auto aufgefahren war. Dann habe er noch beobachtet, wie der Fahrer später wieder Gas gab. Aus seiner Position habe er aber nicht erkennen können, ob der Fahrer den Unfall gesehen hat.

Fahrlässige Körperverletzung

Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde der Mann schließlich verurteilt. Der Vorwurf der Unfallflucht wurde – mit Blick auf die Gesamtstrafe und die mangelnden Beweise – eingestellt. Vor der Urteilsverkündung zeigte sich der Mann aus Stadtlohn reuig. „Ich liege mit den Nerven blank“, sagte er sichtlich bewegt. Noch nie zuvor sei er mit Polizei oder einem Gericht in Konflikt geraten.

Der Richter beließ es bei einer Geldstrafe von 1350 Euro (30 Tagessätzen zu 45 Euro) und einem zweimonatigen Fahrverbot. „Sie sind nicht der einzig Schuldige“, sagte er zu dem Mann. Hätte der Lkw-Fahrer weiter hinten den Sicherheitsabstand eingehalten und wäre er umsichtiger gefahren, wäre es wohl nicht zum Auffahrunfall gekommen. Dennoch habe sich der Mann ganz klar falsch verhalten und müsse nun die Konsequenzen tragen.

Lesen Sie jetzt